Jubiläum

Lauenburger Männerchor singt seit 170 Jahren

Foto: bgz / Dürkop

Lauenburg. Der Lauenburger Männerchor feiert sein 170-jähriges Bestehen. Damit ist er der drittälteste Verein der Elbestadt. Seit den Anfängen steht der Gedanke der Gemeinnützigkeit im Vordergrund: Beim Jübiläumskonzert im Mosaik-Saal ist der Eintritt frei, Spenden werden aber nicht abgelehnt.

1842 – Lauenburg steht seit fast 30 Jahren unter dänischer Herrschaft. König Christian VII. fungiert zugleich als Herzog von Lauenburg. „Das war die Zeit der Nationalisierung. Als Reaktion auf die lange Fremdherrschaft besann sich die Bevölkerung auf das Deutschtum, pflegte altes Liedgut. In dieser Zeit wurde auch das Schleswig-Holstein-Lied geschrieben. Und überall im Land wurden Gesangvereine und Liedertafeln gegründet“, weiß Archivar Dr. William Boehart.

1842 ist auch das Geburtsjahr des Lauenburger Männerchors, nach der Schifferbrüderschaft von 1635 und der Schützengilde von 1666 der drittälteste Verein der Elbestadt, der alle Wirren der Folgejahre überstanden hat. Bei der Frage nach dem genauen Gründungsdatum und den Namen der ersten Vorstandsmitglieder muss Boehart allerdings passen: „Das ist nicht überliefert.“ Auch historische Fotos lassen sich im Archiv nicht auftreiben. Sicher ist nur, dass der Chor von einem „honorigen Kreis Lauenburger Bürger“ gegründet wurde. Nicht jeder, der singen wollte, war willkommen. Aufgenommen wurde nur, wer dem „gebildeten bürgerlichen Stand“ angehörte. So wurde über jeden in einer geheimen Abstimmung, dem „Ballotement“, entschieden, ob er genehm sei. Schon 1846 veranstalteten die Lauenburger im Fürstengarten ihr erstes Sängerfest mit zehn Chören und 800 Sängern. Obwohl ein Defizit von 10 Talern, 23 Groschen und 6 Pfennigen erwirtschaftet wurde, erntete der Chor Anerkennung für die gute Organisation. Großer Wert wurde auf Disziplin gelegt: 1879 wurden Strafgelder eingeführt. Wer unentschuldigt bei den Proben fehlte, wurde mit zehn Pfennig Strafgeld belegt, wer zu spät kam, musste fünf Pfennig in die Kasse zahlen. Schon damals stand der Gedanke der Gemeinnützigkeit im Vordergrund: Jedes Jahr wurden „Caritative Konzerte“ gegeben, mit deren Erlös arme Kinder unterstützt wurden.

Sein 170-jähriges Bestehen feiert der Lauenburger Männerchor am Dienstag, 2. Oktober, von 20 Uhr an im Festsaal des Mosaik am Raiffeisenweg. Der Eintritt ist frei, Spenden werden aber nicht abgelehnt. Vorsitzender Wolfgang Lattki und Chorleiter Klaus Kunzmann haben stimmgewaltige Verstärkung eingeladen: die 1843 gegründete Möllner Liedertafel, den gemischten Chor der ebenfalls 1843 gestarteten Liedertafel Schwarzenbek und den Chor „La Musica“ der Volkskochschule Büchen-Gudow. Moderne Lieder steuert das Duo „Ines und Chrissi“ zum Programm bei.