Bahnhofssanierung

Vom Schandfleck zum Tor der Stadt

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Elke Richel

Lauenburg. Wer lange nicht am Lauenburger Bahnhof war, wird ihn fast nicht wieder erkennen. Seit Thomas Schöning im August vergangenen Jahres das Gebäude von der Deutschen Bahn kaufte, ist viel passiert am einstigen Schandfleck der Stadt.

Schon im Sommer wird der Pächter der Gaststätte Touristen elf Pensionszimmer anbieten können.

Das Dach ist neu gedeckt, die Fenster erneuert und die angebrachten Dämmplatten lassen ahnen, dass die zukünftigen Mieter und deren Gäste in diesem Haus nicht frieren werden. "Wir liegen gut im Zeitplan", resümiert der Lauenburger Investor, auch wenn die Temperaturen die Außenarbeiten im Moment unmöglich machen. Das habe er gerade mit seinem Architekten besprochen.

Höchstens zwei, drei Wochen werfe das Wetter den Bauherren zurück. Das ist ein Zeitraum, mit dem der umtriebige Schöning gerade noch leben kann, denn untätiges Warten ist nicht sein Ding.

In der zukünftigen Gaststätte stehen nur noch die tragenden Wände. Bei der Entkernung des Gebäudes gab es eine kleine Überraschung: Unter zentimeterdicken Putz- und Tapetenschichten haben die Bauarbeiter eine rosafarbene Wandmalerei entdeckt mit dem typischen Charme der 50er-Jahre. "Die stammt wohl noch aus der Zeit der Eröffnung des Gebäudes", vermutet Thomas Schöning.

Ansonsten habe ihn der Zustand der Bausubstanz positiv überrascht, erzählt er und misst den Raum mit großen Schritten aus. "Dort wird mal die Theke sein, an den Fenstern die Tische und hinten geht es über eine Treppe runter zu en Toiletten", beschreibt er die künftige Einrichtung.

In der Etage darüber werden sich schon im Sommer Pensionsgäste wohlfühlen. Elf Zimmer wird der Pächter des Restaurants dort einrichten. "Gerade für Fahrradtouristen ist die Lage ideal", schwärmt Thomas Schöning.

Wenn der Lauenburger Investor von seinen Visionen spricht, mag man kaum glauben, dass Deutschland gerade auf eine Wirtschaftskrise zusteuert. Es selbst hält das ganze Gerede von bevorstehenden schlechten Zeiten für Panikmache. "Die Leute müssen sich bewegen und Fantasien entwickeln", so seine Meinung zu diesem Thema.

Er selbst hat genug Vorstellungen, wie das künftige Tor in die Schifferstadt einmal aussehen wird und auch an soziale Effekte denkt er dabei. Seine Idee: In einer Halle könne eine Lehrküche eingerichtet werden, in der Jugendliche zu Köchen ausgebildet werden und in dieser Zeit ein für alle Schulkinder bezahlbares Mittagessen kochen. Er sei allerdings realistisch genug, dabei mit bürokratischen Schranken zu rechnen. Aber gerade die scheinen ja für den Unternehmer eine besonders reizvolle Herausforderung zu sein.

* Am Sonntag, 25. Januar, jeweils um 12, 13, 14 und 15 Uhr führt Thomas Schöning Interessierte über die "Baustelle Bahnhof" und gibt Erläuterungen zu diesem Projekt..

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