Motorsport

Saisonauftakt nach Maß: Maxi Buhk siegt in Oschersleben

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Maximilian Buhk siegt bei der Deutschen GT-Meisterschaft in Oschersleben. Der Dassendorfer teilt sich das Cockpit in dieser Saison mit dem Italiener Raffaele Marciello.

Maximilian Buhk siegt bei der Deutschen GT-Meisterschaft in Oschersleben. Der Dassendorfer teilt sich das Cockpit in dieser Saison mit dem Italiener Raffaele Marciello.

Foto: Gruppe C GmbH / Gruppe C Photography

Nervenstarke Vorstellung des Dassendorfers bei der Deutschen GT-Meisterschaft. Pech im zweiten Rennen bei Kollision im Regen.

Dassendorf. Das Rennen schien so gut wie gewonnen zu sein. Mit fünf Sekunden Vorsprung übernahm der Dassendorfer Tourenwagen-Pilot Maximilian Buhk beim Saisonauftakt der Deutschen GT Meisterschaft, den früheren ADAC GT Masters, auf halber Distanz das Cockpit des Mercedes-AMG GT3 vom Team Mann-Filter/Landgraf. Sein Teamkollege Raffaele Marciello hatte zuvor ganze Arbeit geleistet. Fünf Sekunden Vorsprung herauszufahren, das ist im Motorsport eine halbe Ewigkeit. Buhk sollte den Sieg jetzt nur noch „nach Hause“ bringen.

Doch mittlerweile hatte in der Motorsport Arena Oschersleben Regen eingesetzt und machte das Rennen zum Lotteriespiel. Teile der Strecke waren nass, andere nicht. Also verzichteten die Teams auf Regenreifen, mit denen sie auf den trockenen Abschnitten nicht konkurrenzfähig gewesen wären. Auf den profillosen Slicks jedoch rutschten zahlreiche Fahrzeuge in die Leitplanken. Das Rennen musste mit einer Safety-Car-Phase unterbrochen werden, um einen havarierten Audi zu bergen. Dadurch konnten die Konkurrenten bequem aufschließen. Als das Rennen wieder gestartet wurde, war Buhk zwar immer noch vorn, doch sein komfortabler Fünf-Sekunden-Vorsprung war dahin. Jetzt saß ihm die Meute direkt im Nacken.

Maximilian Buhk: Mit 575 PS auf nasser Fahrbahn durch die Kurven

So mancher Rennfahrer wäre in so einer Situation wohl nervös geworden. Nicht so der 28-jährige, sehr erfahrene Dassendorfer. Kühl bis ans Herz lenkte er seinen 575 PS starken Mercedes-AMG GT3, der es auf eine Spitzengeschwindigkeit von 325 Kilometern pro Stunde bringt, durch die kurvenreiche Strecke in der Magdeburger Börde. Souverän zog Buhk davon, hatte am Ende im Ziel drei Sekunden Vorsprung. „Es mag einfach ausgesehen haben, aber ein derart hochklassiges Rennen zu gewinnen, ist niemals einfach“, sagte Buhk glücklich.

Wie nah Triumph und Enttäuschung beieinander liegen können, wurde am nächsten Tag im zweiten Rennen deutlich, in dem Buhk/Marciello leer ausgingen. Mit 20 Kilogramm Zusatzgewicht für den Sieg im ersten Rennen musste Buhk bei strömendem Regen von Startplatz sechs aus das Rennen aufnehmen und sah anfangs kaum mehr als die Gischt seiner Vorderleute. „In den ersten Runden war es eine Mischung aus Schlitterpartie und Blindflug. Dann wurde es besser“, schilderte der Blancpain-Champion der Jahre 2013 und 2015. Die abtrocknende Piste ließ die Fahrer mutiger werden. Zu mutig im Falle eines Konkurrenten, der allzu ungestüm Buhks sechsten Platz attackierte. Konsequenz: Beide Fahrzeuge rutschten ins Kiesbett. Aus der Traum!

Buhk/Marciello reisen Mitte Juni nach Spielberg in Österreich

Als Dritte der Gesamtwertung reisen Buhk/Marciello nun Mitte Juni nach Spielberg in Österreich, wo auf dem Red Bull Ring die nächsten beiden Rennen in der „Liga der Supersportwagen“ gefahren werden. In dem Städtchen in der Steiermark lebten übrigens einst die Vorfahren von Hollywood-Legende Steven Spielberg, dessen Familie sich im 19. Jahrhundert nach ihrer Heimat benannt hat. Dem Schöpfer von „E. T.“ und dem „Weißen Hai“ hätten die Dramatik von Buhks Auftritten sicher gut gefallen.

( vg )

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