Rennsport

Daytona Beach: Pech und Pannen an der Motorsport-Kultstätte

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Maximilian Buhk, beim 24-Stunden-Rennen von Daytona Beach. Rolex 24 at Daytona, IMSA, Daytona, January 2021

<p>Maximilian Buhk, beim 24-Stunden-Rennen von Daytona Beach.</p> <p>Rolex 24 at Daytona, IMSA, Daytona, January 2021</p>

Foto: Mercedes-AMG, Brian Cleary

Dassendorfer Rennfahrer Maximilian Buhk landet beim 24-Stunden-Rennen von Daytona Beach auf einem enttäuschenden neunten Platz.

Dassendorf. In Daytona Beach hat der Rennsport sein ganz besonderes Flair. Denn hier an der Ostküste Floridas dreht sich seit jeher alles um Autos. Auf dem 37 Kilometer langen Sandstrand der Stadt darf jeder, der mag, in seinem Fahrzeug die Küste entlangfahren. In den 20er-Jahren, während der Prohibition, lieferten sich Schmuggler Verfolgungsrennen mit der Polizei. So entstand die Faszination für Autorennen. Der 150 Meter breite Strand wurde zur offiziellen Rennstrecke und 1948 zum Geburtsort für die berühmte NASCAR-Serie, des bedeutendsten Wettbewerbs der Welt für Serienfahrzeuge.

Ende der 50er-Jahre wurde ein neuer Kurs gebaut: Der Daytona International Speedway in der Innenstadt ist ein vier Kilometer langes Hochgeschwindigkeits-Oval mit überhöhten Kurven. Ein Albtraum der Langeweile für die Fahrer, aber ein Traum für Motorsport-Enthusiasten. Hier sind sie mittendrin statt nur dabei. So flog in den Pionierzeiten der Autorennen mal ein Reifen bis hinauf zur 40. Reihe der Tribüne. Einmal im Jahr, immer am letzten Januar-Wochenende, wird hier das 24-Stunden-Rennen von Daytona Beach gestartet.

Daytona Beach: Maximilian Buhk aus Dassendorf war dabei

Dieses Mal durfte auch der Dassendorfer Maximilian Buhk mitmischen. Der 28-Jährige Mercedes-Pilot ist seit vielen Jahren ein Rennsport-Vollprofi und war extra eingeflogen worden, um das US-Team Alegra Motorsports aus Tampa (Florida) auf Touren zu bringen. Nach 2019, als er mit Motorproblemen ausfiel, war es der zweite Start für Buhk im Mekka des US-Tourenwagen-Sports. Doch erneut sollte es mit einer Enttäuschung enden: Nach einem Rennverlauf voller Pleiten, Pech und Pannen landete das Alegra-Team lediglich auf dem neunten Platz unter 19 GT3-Fahrzeugen. „So hatte ich mir meinen zweiten Einsatz hier in Daytona nicht vorgestellt! Es kann nur besser werden“, resümierte der Dassendorfer frustriert.

Ausgebremst wurden sie vom Coronavirus. Unmittelbar vor dem Start fiel Buhks 21 Jahre alter Teamkollege Michael de Quesada mit einer Corona-Infektion aus. Eilig wurde mit Mike Skeen (34) ein erfahrener Pilot nachnominiert. Doch bis er nach 800 Kilometern Anreise aus Charlotte (North Carolina) am Daytona International Speedway eintraf, war das Rennen bereits zu zwei Dritteln gelaufen.

Zeitstrafe für den späteren Fahrerwechsel

So summierten sich die Schwierigkeiten: Skeen durfte erst bei Tageslicht eingesetzt werden, weil er das Nachttraining verpasst hatte. Eine Zeitstrafe für den späten Fahrerwechsel gab’s obendrauf. Dann patzte das Alegra-Team auch noch bei einem nächtlichen Boxenstopp, was zu einer weiteren Zeitstrafe führte, und mit zunehmender Renndauer verlor der Wagen auf rätselhafte Weise an Geschwindigkeit. „Er war heikel auf der Hinterachse und langsamer auf der Geraden als bei den Testfahrten zuvor“, beklagte sich Buhk. So war das Alegra-Team mit Buhk, Skeen, dem Kanadier Daniel Morad (30) und dem Amerikaner Billy Johnson (34) am Ende chancenlos.

In Europa hat Buhk schon renommierte Langstrecken-Events wie das 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps (Belgien) oder das 1000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring gewonnen. In den USA hingegen landete er mit dem Alegra-Team in der Gesamtwertung aller Klassen lediglich auf Rang 30 unter 49 Fahrzeugen. Warum so weit hinten?

Weil sich in den USA Serienfahrzeuge wie Buhks 550 PS starker Mercedes-AMG GT3 mit hochgezüchteten Prototypen messen müssen, die über 700 PS unter der Haube haben und über 300 Kilometer pro Stunde schnell werden. Ein ungleiches Duell. Über 60 Runden Vorsprung hatte der Gesamtsieger, ein Wagen von Honda-Ableger Acura, am Ende der 24 Stunden auf sämtliche GT3-Fahrzeuge im Feld.

Sieger bekommen eine "Rolex Daytona" im Wert von 26.000 Euro

So muss Buhk seine Hoffnung auf eine neue Uhr aufs nächste Jahr verschieben. Bei den 24 Stunden von Daytona Beach gibt es nämlich für die Sieger jeder Motorsport-Klasse eine nagelneue „Rolex Daytona“ im Wert von 26.000 Euro.

( vg )

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