Kommentar

Eine Pleitewelle bei Krankenhäusern darf es nicht geben

André Herbst
André Herbst ist Chef vom Dienst der Bergedorfer Zeitung/Lauenburgischen Landeszeitung.

André Herbst ist Chef vom Dienst der Bergedorfer Zeitung/Lauenburgischen Landeszeitung.

Foto: Privat

Kleinere Kliniken stehen in Corona-Krise seit Herbst 2020 ohne finanzielle Hilfe von Bund und Ländern dar. Das muss sich ändern.

Geesthacht. Seit mehr als einem Jahr kämpfen Ärzte und Pflegekräfte um die Leben von Covid-19-Patienten. Ebenso lang geht in vielen Krankenhäusern die Angst um die eigene Gesundheit um – und um die eigene Klinik und den Arbeitsplatz.

In einer solchen Pandemie möglichst viele Leben zu retten fordert das Personal bis oder über die Belastungsgrenzen hinaus. Und kostet enorm viel Geld. Kein Vorwurf, mit einiger Verzögerung haben die politisch Verantwortlichen dies erkannt und gehandelt. Und sind dann wieder zurückgerudert.

Ohne klares Bekenntnis zur Gleichbehandlung bleibt vieles Makulatur

Dass gerade kleine Kliniken der Grundversorgung benachteiligt werden, seit vergangenen Herbst viele von ihnen keine Unterstützung mehr von Bund oder Ländern erhalten, ist ein Unding. Der Aufwand, Corona-Patienten aufzunehmen und zu behandeln, dabei Infektionsschutz- und Quarantäne-Vorgaben einzuhalten, ist für diese im Vergleich ungleich höher als etwa für Großkliniken. Wer die Kleinen ausgrenzt, finanziell im Regen stehen lässt, muss sich dem Vorwurf stellen, er wolle auf dem Weg die Kliniklandschaft bereinigen.

Was jetzt aus dem Hause Spahn kolportiert wird, vermag kaum zu beruhigen. Ohne klares Bekenntnis zur Gleichbehandlung bleibt vieles Makulatur. Wer verhindern will, dass künftig in Flächenländern Rettungswagen weite Wege zum nächsten Krankenhaus zurücklegen müssen, muss den Verantwortlichen auf die Finger schauen.

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