Pandemie

Geesthacht startet mit Astrazeneca neu durch

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Dirk Schulz
Nur ein kleiner Piks: Prof. Dr. Jan Kramer erhält von Alexandra Zühlke die erste Dosis mit dem Astrazeneca-Wirkstoff im Impfzentrum Geesthacht.

Nur ein kleiner Piks: Prof. Dr. Jan Kramer erhält von Alexandra Zühlke die erste Dosis mit dem Astrazeneca-Wirkstoff im Impfzentrum Geesthacht.

Foto: Dirk Schulz

Das Impfzentrum läuft wieder im Normalbetrieb. Laborchef Prof. Dr. Jan Kramer wirbt für das Vakzin. Neuer Fahrdienst der Stadt.

Geesthacht. Plötzlich ging alles wieder ganz schnell. Am Donnerstag um 20.38 Uhr erhielt Prof. Dr. Jan Kramer eine E-Mail vom Land, dass sein zunächst abgesagter Termin im Impfzentrum Geesthacht nun doch wie geplant stattfinden könne. Zuvor hatte die Europäische Arzneimittel Agentur (EMA) grünes Licht für den Corona-Impfstoff von Astrazeneca gegeben. Nur unwesentlich früher hatte Karsten Steffen, der Leiter des Impfzentrums in Geesthacht, erfahren, dass er nun auch wieder vormittags öffnen kann. Erklärung: Aus logistischen Gründen wird in Geesthacht vormittags ausschließlich Astrazeneca verimpft und nachmittags das Vakzin von Biontech/Pfizer.

Jan Kramer war um 9 Uhr als einer der ersten des Tages an der Reihe. „Ich finde es bemerkenswert, wie gut das organisiert ist“, sagte der Geschäftsführer und Ärztliche Leiter der LADR-Labore, der sich bewusst von unserer Zeitung begleiten ließ. „Meine Botschaft ist: Habt Vertrauen in den Impfstoff!“ Die Kritik an der Maßnahme, das Vakzin kurz vom Markt zu nehmen, teilt er nicht. „Ich vergleiche das mit dem Autofahren. Wir sind kurz auf die Bremse getreten, haben den Fahrtweg gesichert und können nun wieder ohne Bedenken Gas geben“, sagte Kramer.

In Geesthacht wird wieder Astrazeneca geimpft

Forscher der Unimedizin Greifswald meinen die Ursachen für die seltenen Hirnthrombosen nach der Astrazeneca-Impfung gefunden. Demnach löst der Wirkstoff bei einigen Menschen eine Autoimmunreaktion aus, sodass es zur Gerinnselbildung kommt.

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In Geesthacht stellte Karsten Steffen keine großen Vorbehalte gegen Astrazeneca fest. Rund 90 von den 96 am Freitagvormittag zur Verfügung stehenden Dosen wurden verimpft. Alle Patienten erhielten zwei zusätzliche Aufklärungsbögen. „Einige kamen mit einem Tagesticket zu uns. Es lohnt sich also zu schauen, ob kurzfristig Termine frei geworden sind“, sagt Carsten Steffen.

Nur zwei der drei sogenannten Impflinien werden betrieben

384 Menschen könnten maximal täglich in den Räumen des ehemaligen Berufsbildungszentrums am Dialogweg 4 geimpft werden, 144 mit Astrazeneca und 240 mit Biontech – wenn denn ausreichend Impfstoff zur Verfügung stünde. Derzeit können jedoch nur zwei der drei sogenannten Impflinien betrieben werden, die Auslastung beträgt also nur 66 Prozent. „Ich habe Verständnis für die Ungeduld vieler Menschen. Auch ich hätte mir für meine Mitarbeiterinnen, die im Labor Umgang mit den Aerosolen haben, einen früheren Termin gewünscht. Aber wichtig ist doch, dass es vorangeht“, sagt Prof. Kramer.

Betroffene, deren Impftermin von Dienstag bis Donnerstag ausgefallen war, erhalten vom Land einen neuen Termin und müssen sich nicht selbst kümmern.

Geesthacht richtet Fahrservicezum Impfzentrum ein

Damit die Impfung nicht am Weg zum Impfzentrum scheitert, hat die Stadtverwaltung für Geesthachter einen Shuttle-Service eingerichtet. „Als Stadt können wir keine Termine vergeben, aber wir bemühen uns, in dem uns möglichen Rahmen tätig zu werden“, erklärt Bürgermeister Olaf Schulze. Anmeldungen für Fahrten mit einem Kleinbus des Oberstadttreffs, der eigens mit einer Trennscheibe zum Fahrer ausgestattet wurde, sind möglich unter der Telefonnummer 04152/838 665. Das Angebot gilt montags bis donnerstags zwischen 9 Uhr und 13.30 Uhr.

„Wichtig ist, dass Nutzer selbstständig oder mit Unterstützung einer Begleitperson, die mitfahren darf, das Fahrzeug besteigen können“, sagt Christoph Wieck, Leiter des Fachbereiches Bildung und Soziales im Rathaus. Rollatoren können im Fahrzeug untergebracht werden.

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