Einschulung

Schuluntersuchungen in Geesthacht gehen weiter

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Frauke Maaß
Ein Sehtest ist Teil der Einschulungsuntersuchung.

Ein Sehtest ist Teil der Einschulungsuntersuchung.

Foto: Stefan Puchner / picture alliance / dpa

120 künftige Erstklässler haben ihre Termine für die Untersuchung Mitte Mai. Bedingt durch die Coronapandemie gab es eine Pause.

Geesthacht.  Für die Viertklässler hat gestern wieder der Schulunterricht begonnen. Andere Grundschüler müssen noch warten. Und eine dritte Gruppe beginnt ihre Schulkarriere erst in diesem Jahr: die künftigen Abc-Schützen. Ein erster Schritt zur Einschulung sind die obligatorischen medizinischen Untersuchungen. Sie haben im November des vergangenen Jahres in Geesthacht begonnen und wären im Frühling geendet. Normalerweise. Doch Mitte März diesen Jahres war dann aufgrund der Corona-Pandemie plötzlich Schluss.

„Der Großteil der Kinder hatte bereits seinen Termin“, sagt Dr. Andrea Nigbur, Ärztin des Kinder-, Jugend- und Schulärztlichen Dienstes (KJÄD) in Geesthacht. Gemeinsam mit ihrem Team ist sie zuständig für die Untersuchungen vor Ort. Rund 280 Kinder werden in Geesthacht im Sommer eingeschult. 160 Kinder sind bereits untersucht worden, 120 Untersuchungen stehen noch aus. Insgesamt gibt es 1900 Erstklässler im Kreis Herzogtum Lauenburg.

Schulärztlicher Dienst erarbeitet aktuell ein Hygienekonzept

„Zuerst werden die Kinder eingeladen, die dem KJÄD bekannt sind, weil sie zum Beispiel auf Integrationsplätzen im Kindergarten sind“, sagt Andrea Nigbur. Der Grund ist, dass ihre Einschulungsuntersuchungen in der Regel zeitaufwendiger sind.

Ziel der Untersuchung ist festzustellen, ob das Kind den Anforderungen des Schulalltags körperlich und seelisch gewachsen ist, welche Unterstützungsbedarfe vorhanden sind und wo zum Beispiel in der Schule gegebenenfalls Hilfen benötigt werden. „Dafür gibt es ein standardisiertes Verfahren, das bei allein Kinder angewandt wird und im ganzen Bundesland gilt“, erläutert Andrea Nigbur.

Noch kein Datum für die Untersuchungen

Wann die Untersuchungen wieder aufgenommen werden können, steht noch nicht fest. Der KJÄD erarbeitet ein Hygienekonzept und schafft in den Untersuchungsräumen die organisatorischen Voraussetzungen. Einfach ist das nicht, denn die Untersuchungen erfordern in der Regel Körperkontakt und Nähe. „Wir versuchen dennoch, das Prozedere so ähnlich wie bislang zu gestalten“, sagt Andrea Nigbur. Natürlich mit den gebotenen Einschränkungen: So werden die Begegnungsmöglichkeiten für die Kinder durch andere Termintaktungen reduziert, und während den Untersuchungen wird eine persönliche Schutzausstattung getragen. „Wir informieren die Eltern vorab über den Ablauf, sodass sich alle darauf einstellen können.“ Generell werde es künftig vermutlich etwas länger dauern.

Einen konkreten Termin für die Wiederaufnahme der Einschulungsuntersuchungen gibt es noch nicht. „Nach derzeitigem Stand könnte es Mitte Mai in Geesthacht wieder losgehen“, kündigt die Ärztin an. Alle Eltern werden schriftlich darüber informiert, sobald die Untersuchungen wieder aufgenommen werden. „Wichtig ist, dass alle ihren Termin einhalten, um den Kontakt mit den vorherigen und nachfolgenden Familien zu vermeiden“, sagt Nigbur. Auch ein deutlich zu frühes Erscheinen solle vermieden werden. „Am besten ist es, wenn die Eltern den Ablauf vorher mit den Kindern durchsprechen und sie darauf vorbereiten.“

Die Einschulung ist immer ein Höhepunkt im Leben eines Kindes und ist bislang in Schleswig-Holstein für den 12. August geplant. Dass nun ausgerechnet auch diese Feierlichkeiten nicht in der gewohnten und ersehnten Form stattfinden können, ist sowohl für die Familien als auch für die Lehrkräfte eine Enttäuschung. „Es wird voraussichtlich bei uns keine große Einschulungsfeierlichkeit geben“, bedauert Ulrike Wulff, Schullleiterin der Grundschule Oberstadt.

Einschulung ohne Programm und große Feier

Stattdessen werde in deutlich kleinerem Rahmen eingeschult – ohne Programm und jegliches Büfett. „Ich finde das sehr traurig für die Kinder, aber wir wollen dennoch versuchen, den Tag zu einem besonderen Erlebnis für die Erstklässler zu machen.“

Auch Kirsten Hansen, Rektorin der Grundschule Silberberg, fühlt mit den Kindern. „Die Einschulung ist ein wichtiger Tag für die Familien, und es ist sehr schade, dass dieser Termin in diesem Jahr so untergehen wird!“ Auch die Elternabende vor den Ferien werden nicht stattfinden können. „Es ist für uns alle zurzeit eine befremdliche Situation!“

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