Eintrittspreise

Wird Schwimmen in Seevetals Bädern bald teurer?

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Lena Thiele
Kinder beim Schwimmenlernen in einem Schwimmbad.

Kinder beim Schwimmenlernen in einem Schwimmbad.

Foto: Sven Hoppe / dpa

Eintrittspreis soll um jeweils 50 Cent steigen. Minus beträgt rund eine Million Euro pro Jahr – vor der Energiekrise.

Hittfeld.  Wer in Seevetal in geheizten Becken schwimmen geht, soll dafür künftig etwas mehr bezahlen. Die Verwaltung der Gemeinde hat vorgeschlagen, die Eintrittspreise für die Schwimmbäder in Hittfeld und Over um jeweils 50 Cent zu erhöhen. Auch für Schulen und Vereine soll die Nutzung teurer werden. Die Politik muss der Änderung, die zum 1. Januar angestrebt wird, noch zustimmen.

Begründet wird der Vorstoß mit allgemeinen Kostensteigerungen, aber auch mit den zu erwartenden zusätzlichen Belastungen durch die Energiekrise. Zudem weist die Verwaltung in ihrer Vorlage für die Politik darauf hin, dass die Eintrittspreise zuletzt 2018 erhöht wurden.

Energiekrise: Eintritt ins Schwimmbad soll auf drei bis vier Euro steigen

Kinder müssten den Plänen zufolge in Zukunft drei Euro Eintritt für einen Schwimmbadbesuch zahlen, für Erwachsene würde sich der Preis auf vier Euro erhöhen. Damit liege Seevetal – verglichen mit anderen Kommunen in der Region – noch immer im mittleren Preissegment heißt es aus dem Rathaus.

So seien in Stade zum 1. Juni die Preise in den beiden Freibädern um 50 Prozent erhöht worden: Kinder und Jugendliche zahlen dort jetzt drei statt zuvor zwei Euro, für Erwachsene kostet der Eintritt 5,50 Euro. In Buxtehude zahlen Kinder derzeit 3,30 Euro, Erwachsene 4,50 Euro. Im Landkreis Harburg wird das Bad Buchholz zum Vergleich herangezogen: Aktuell kostet dort eine Einzelkarte für Kinder und Jugendliche 2,50 Euro, für Erwachsene vier Euro.

Gemeinde Seevetal macht Millionenminus mit Betrieb der Schwimmbäder

Hintergrund ist das enorme Minus, das mit dem Betrieb der Schwimmbäder in Hittfeld und Over sowie dem Lehrschwimmbecken Maschen für die Gemeinde Seevetal verbunden ist. Rund 1,1 Million Euro betrug das Minus im Jahr 2021, im Jahr zuvor lag es mit rund 1,3 Million Euro noch höher, 2019 fiel es mit annähernd 926.000 Euro etwas geringer aus. Daran wird auch die geplante Erhöhung der Eintrittspreise nicht wesentlich etwas ändern. Die aktuellen Entwicklungen auf den Energiemarkt und die zu erwartenden Auswirkungen werden vielmehr mit weiteren Kosten verbunden sein. „Bäder sind und bleiben trotz Anpassung der Entgeltordnung defizitär“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung.

In Seevetal sollen nicht nur die Einzelkarten teuer werden, auch die Preise für Zehner- und 30er-Karten sollen entsprechend angepasst werden. Kinder und Jugendliche müssten dafür 27 (bisher 22 Euro) beziehungsweise 60 Euro (bisher 45 Euro) zahlen. Für Erwachsene erhöhen sich die Preise auf 36 Euro und 90 Euro (bisher 31/75 Euro). Auch Familienkarten verteuern sich den Plänen zufolge von sechs auf sieben Euro für einen Erwachsenen mit Kindern sowie von zwölf auf 14 Euro für zwei Erwachsene mit Kindern. Sollte die geänderte Entgeltordnung in Kraft treten, rechnet die Gemeinde mit zusätzlichen Einnahmen in Höhe von etwa 22.000 Euro pro Jahr im Vergleich zum Jahr 2020.

Schulklassen und Vereine sollen höhere Miete für Bahnnutzung zahlen

Außer Freizeitschwimmer betreffen die Pläne auch Schulklassen und Vereinsgruppen. Der Entwurf sieht vor, dass der Preis für die Vermietung von Bahnstunden an Schulen von 24 auf 26 Euro erhöht wird. Seevetaler Vereine müssten 14 statt zwölf Euro zahlen, auswärtige Vereine 28 Euro statt 25 Euro. Für eine kommerzielle Nutzung sollen 35 Euro statt 30 Euro fällig werden. In diesem Fall erwartet man im Rathaus zusätzliche Einnahmen in Höhe von 14.700 Euro. Insgesamt werden die erwarteten Mehreinnahmen auf etwa 37.000 Euro beziffert.

Da sich das Jahr 2020 aufgrund der Corona-Pandemie nur bedingt als Vergleichsjahr eignet, haben die Verwaltungsmitarbeiter dieselbe Rechnung auch im Vergleich zum Jahr 2019 aufgemacht. Aus dieser Perspektive würden die Mehreinnahmen mit insgesamt etwa 93.000 Euro noch deutlich höher ausfallen.

Energiekrise: Ausschuss diskutiert heute über Erhöhung der Schwimmbadpreise

Ob und wie die Vorschläge zum neuen Jahr umgesetzt werden, entscheidet die Seevetaler Politik. Eine endgültige Entscheidung fällt der Gemeinderat. Zunächst werden jedoch die Mitglieder des Ausschusses für Bauen, Sport und Senioren an diesem Dienstag, 27. September, darüber diskutieren. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr in der Burg Seevetal in Hittfeld.