Landkreis Stade

Warum die autofreie Altstadt in Buxtehude kaum umsetzbar ist

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Das Fleth gilt als älteste norddeutsche Hafenanlage, autofrei wird wohl es nicht.

Das Fleth gilt als älteste norddeutsche Hafenanlage, autofrei wird wohl es nicht.

Foto: Axel Tiedemann

Flächendeckende Fußgängerzone sei kaum zu realisieren. Kompromissvorschlag sieht „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ vor.

Buxtehude.  Mehr Tische und Stühle vor Restaurants und Kneipen auf der Straße, großzügige Flanierzonen und kein nerviger Autoverkehr mehr in den kleinen Gassen: Immer wieder gab es solche Ideen für eine möglichst autofreie Altstadt in Buxtehude, zuletzt hatten Gastronomen wieder einen Pkw-Bann in die Diskussion gebracht. Doch ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten kommt jetzt zu einem ernüchternden Schluss: Eine flächendeckende Fußgängerzone in der Buxtehuder Innenstadt sei kaum zu realisieren.

Zum einen müsste für Müll- und Rettungsfahrzeuge am Westfleth eine Wendemöglichkeit mit einem Manövrier-Kreis von 20 Metern gebaut werden, was „technisch und baulich“ dort nicht umsetzbar sei. Zudem müssten Arztpraxen mit dem Auto erreichbar bleiben und auch Anwohner ihre Stellplätze weiter anfahren können. Auch Rettungswege und Platz für Lieferverkehre müssten freigehalten werden. Unterm Strich würde es daher nicht mehr Platz für Außengastronomie geben.

Drei verschiedene Varianten hatten die Gutachter untersucht und mit Betroffenen und beteiligten Behörden erörtert, um die schon bestehende Fußgängerzone zu erweitern. Zum einen die „Variante 1“: Dabei wird mit der Abtstraße unmittelbar an der Kirche nur eine weitere Straße wirklich autofrei, wodurch dann aber weniger Verkehr durch die Altstadt fließen würde. „Variante 2“ sah ein weitgehend autofreies Ostfleth vor, eben jenen Teil der alten Hafenanlage, der längst schon gastronomischer Hotspot der Stadt ist.

Variante 3 hätte komplette Altstadt zu autoarmer Zone gemacht

„Variante 3“ hätte nahezu die komplette Altstadt zu einer „autoarmen Zone“ erklärt, wo nur noch Anwohner und Lieferanten mit dem Auto fahren können. Im Ergebnis kommt der Gutachter der „Planersocietät“ in Bremen zu dem Schluss, dass keine dieser drei Varianten wirklich gut sei.

Stattdessen schlägt er eine neue „Variante 4“ vor, die jetzt weiter in der Ratspolitik diskutiert und der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Danach könnte die Buxtehuder Altstadt zu einem „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ erklärt werden, wo dann Tempo 20 gilt. Damit werde die Verkehrssicherheit optimiert und ebenfalls eine Lärmminderung erreicht.

Solche Zone gelten laut Straßenverkehrsordnung als zentrale Bereiche einer Stadt mit „hohem Fußverkehrsaufkommen und überwiegender Aufenthaltsfunktion“. Häufig würden sie in Kombination mit Parkverbotszonen angeordnet, heißt es weiter in der Präsentation. „Flankierende Maßnahmen“ wie zusätzliche Aufpflasterungen am Beginn und Ende der Zone oder auch Fahrradbügel auf ehemaligen Parkplätzen seien zudem empfehlenswert.​

( at )