Gesundheit

Klinik Ginsterhof startet Millionenprojekt

So soll das neue Gebäude an der Klinik Ginsterhof künftig aussehen

So soll das neue Gebäude an der Klinik Ginsterhof künftig aussehen

Foto: GinsterhoF

Die Psychosomatische Klinik Ginsterhof baut ein neues Haus. Danach soll das Haupthaus saniert werden. Die Zahl der Betten steigt um 22 auf 154.

Tötensen/Rosengarten.  Die Psychosomatische Klinik Ginsterhof erwartet am 4. September Besuch: Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) wird dann beim ersten Spatenstich für einen mehr als 16 Millionen Euro teuren Neubau dabei sein, den das Land mit 9,8 Millionen Euro fördert. Mit dem neuen Gebäude erhöht sich die Zahl der Betten für die stationäre Psychotherapie um 22 auf 154. Die Mittel vom Land stammen aus dem von Reimanns Vorgängerin Cornelia Rundt (SPD) bereitgestellten Sondervermögen von 600 Millionen Euro. Den Rest finanziert das Krankenhaus, eine gemeinnützige GmbH, aus eigenen Mitteln sowie über Darlehen.

Größte Baumaßnahme des Hauses seit den 1960er Jahren

Hintergrund für die größte Baumaßnahme des Hauses seit den 1960er Jahren ist die erforderliche Sanierung des Haupthauses vor allem an Wasser-, Abwasser- und Heizungsleitungen.

Diese wäre im laufenden Betrieb des Hauses nicht möglich, so dass jetzt bis zum Frühjahr 2021 der Neubau erstellt werden soll. Danach sollen die Patienten in die neuen Räume umziehen und das Haupthaus modernisiert werden.

Bereits seit Juli fertiggestellt sind neue Parkplätze und zehn Räume für Therapeuten, für die das Verwaltungsgebäude aufgestockt wurde. Sie ersetzen einen Bereich, der für den Anschluss des Neubaus abgerissen werden soll.

Allein dieses Projekt kostete mit 650.000 Euro rund 190.000 Euro mehr als zunächst geplant. „Wir mussten ein zweites Mal ausschreiben, weil sich zunächst nicht genügend Bewerber gemeldet hatten“, sagt Professor Christoph Schmeling-Kludas, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor der Klinik. Der Zeitverlust trägt zu den steigenden Baukosten bei.

Die Betten der Klinik sind zu jeweils mehr als 96 Prozent belegt

Die Erweiterung mit dem Neubau liegt aber auch vor dem Hintergrund eines steigenden Bedarfs von Patienten auf der Hand. Die Betten der Klinik sind seit Jahren zu jeweils mehr als 96 Prozent belegt. „Die Situation wird sich dabei aber auch nach dem Ausbau nicht entspannen“, ist der Klinik-Chef sicher.

So hat sich allein in Niedersachsen die Zahl der Therapieplätze in der Psychosomatik von 2007 auf 2019 schon von 264 auf 997 mehr als verdreifacht. Die Patienten werden zumeist von Fachärzten eingewiesen und bleiben am Ginsterhof für acht Wochen.

Aus dem Landreis Harburg sowie den drei Nachbarkreisen kommen rund 40 Prozent der Menschen, der Rest aus dem übrigen Niedersachsen und Norddeutschland. Die Klinik erzielte zuletzt zwölf Millionen Euro Umsatz und schreibt dabei schwarze Zahlen.

Moderne Doppelzimmer mit Nasszellen werden eingerichtet

In dem neuen Haus werden moderne Doppelzimmer mit Nasszellen eingerichtet und soweit medizinisch oder therapeutisch erforderlich auch Einzelzimmer angeboten.

Zudem sollen für Einzel- und Gruppentherapien sowie für Konferenzen und Fortbildung neue Räume eingerichtet werden.

Die steigenden Zahl von Patienten führt Schmeling-Kludas auf eine verbesserte Diagnostik sowie auf die inzwischen vorliegenden Erfahrungen zurück, dass die Psychotherapie in vielen Fällen erfolgreich ist. „Bei Depressionen können wir in mehr als 90 Prozent der Fälle helfen.

Die stationäre Behandlung kürzt unnötige Leidenszeiten zu Hause ab“, sagt der Facharzt für Innere und Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Der 66-Jährige ist seit 2007 Chefarzt und seit 2012 Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor der Klinik.

Neue Mitarbeiter sollen 2021 kommen

Für den Ausbau des Krankenhauses soll auch die Belegschaft aufgestockt werden, zu der derzeit rund 200 Mitarbeiter auf 149 Vollzeitstellen zählen. Gesucht werden für Februar 2021 drei Ärzte und Psychologen und ein Spezialtherapeut für die am Standort in Tötensen angebotene Bewegungs-, Musik- und Kunsttherapie. Zudem sollen noch 6,3 Stellen für Pflegepersonal ausgeschrieben werden.

Professor Schmeling-Kludas hatte trotz der sonst in der Gesundheitsbranche allgemein beklagten Engpässe auch zuletzt wenig Schwierigkeiten, neues Personal für das Haus zu finden: „Vom Fachkräftemangel ist die Klinik bislang verschont geblieben.“