Corona-Lockdown

Sylt: Küsschen zum Abschied statt Abstand und Maske

| Lesedauer: 36 Minuten
Auf der Friedrichstraße in Westerland wird es am Sonnabendmittag angsam voller.

Auf der Friedrichstraße in Westerland wird es am Sonnabendmittag angsam voller.

Foto: Maximilian Bronner

Kerner bummelt in Westerland. Vize-Bürgermeister auf Sylt in Sorge wegen Urlaubern. Trotz Mahnungen fahren viele in den Norden.

Hamburg/Sylt/Amrum. Die Urlaubsorte an Ostsee und Nordsee in Schleswig-Holstein bereiten sich über die Oster-Feiertage trotz Corona auf die Anreise zahlreicher Touristen vor.

Während in Niedersachsen vielerorts strengere Regeln greifen, in Mecklenburg-Vorpommern die Polizei das geltende Verbot der touristischen Einreise durchsetzen soll und der Hamburger Senat eindringlich von Reisen und Ausflügen über die Feiertage abrät, gibt es in Schleswig-Holstein kein grundsätzliches Urlaubsverbot, auch Tagesausflüge sind erlaubt.

Ferienhäuser dürfen genutzt und auch Verwandten, Freunden und Bekannten überlassen werden – so lange die Überlassung offiziell kostenlos erfolgt. Viele Urlauber versuchen nun offenbar, durch ebendiese Regelung das touristische Beherbergungsverbot zu umgehen, obwohl auch in Schleswig-Holstein die Polizei die Corona-Regeln verstärkt kontrollieren werde, wie Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) ankündigte.

Alle Infos zu der Lage in den Ferienorten in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern zu Ostern:

Kühles Osterwetter dämpft Andrang an den Küsten

Wenig frühlingshaft anmutendes Wetter mit Temperaturen im einstelligen Bereich und kräftigem Wind haben für einen ruhigen Ostersonntag an den Küsten gesorgt. Die Leitstellen der Polizei in Schleswig-Holstein berichteten übereinstimmend, dass es keine Meldungen über Verstöße gegen Corona-Auflagen gebe. Bereits am Karfreitag und Karsamstag war die befürchtete Anreisewelle ausgeblieben. In Schleswig-Holstein dürfen Eigentümer ihre Zweitwohnungen in den Urlaubsorten trotz Corona-Maßnahmen selbst nutzen oder unentgeltlich der Familie oder Freunden zur Verfügung stellen.

Voller Parkplatz vor dem Roten Kliff auf Sylt

Der Parkplatz vor dem Roten Kliff in Kampen ist komplett gefüllt, fast kein Auto stammt aus Schleswig-Holstein, geschweige denn aus Nordfriesland. Gegen halb vier rollt eine Polizeistreife über den Parkplatz. Die Beamten haben allerdings nichts zu beanstanden.

Die meisten Menschen sind mit ihrer Familie unterwegs. Anders als in der Westerländer Fußgängerzone trägt fast niemand eine Maske. Zwei jeweils rund 30 Jahre alt Paare verabschieden sich mit Wangenküsschen, ehe sie im Porsche-Cabriolet mit Münchner Kennzeichen davonbrausen.

Wenige hundert Meter entfernt flanieren mehrere Menschen auf dem Strönwai, besser bekannt als „Whiskeymeile“. Während die Geschäfte in den Heimatstädten der Gäste nahezu ausnahmslos geschlossen haben dürften, sind die teuren Boutiquen hier geöffnet. Der Pony Club verkauft aus einem zu einer Bar umfunktionierten gelben Schulbus Getränke und Häppchen, das Restaurant Rauchfang hat Import-Kaviar to go im Angebot.

Hunderte Autofahrer aus Mecklenburg-Vorpommern verwiesen

Die Polizei hat in Mecklenburg-Vorpommern fast 350 Menschen wegen verbotener touristischer Einreisen des Landes verwiesen. Insgesamt seien am Karfreitag 343 Menschen in 189 Fahrzeugen aufgefordert worden, das Land wieder zu verlassen, weil sie keinen triftigen Grund für ihren Aufenthalt hätten darlegen können, teilten die Polizeipräsidien Rostock und Neubrandenburg mit.

Tourismus, auch Tagesausflüge, sind wegen der Corona-Pandemie im Nordosten nicht zulässig. Besuche der Kernfamilie, also etwa von Eltern und Kindern, sind hingegen weiterhin erlaubt.

Wohnmobil-Touristen steuern Niedersachsens Küste an

Regen Verkehr von Wohnmobil- und Zweitwohnungsbesitzern hat die Polizei am Samstag von der Nordseeküste gemeldet. „Viele Wohnmobil-Touristen hoffen, dass sie durchs Netz rutschen“, sagte ein Polizeisprecher in Cuxhaven. Tagestourismus ist coronabedingt verboten, Übernachtungen nicht gestattet. „Wir sprechen sie alle an und versuchen das Problem mit Augenmerk zu lösen.“

Besonders in den Kutterhäfen wie etwa Dorum-Neufeld, Spieka-Neufeld und Wremen treffen sich die Wohnmobilbesitzer. „Sie kriegen eine Ansage, denn Camper untereinander treten in Kontakt“, betonte der Sprecher. „Es geht darum, eine Pandemie zu bekämpfen. Sie sollen sich nicht anstecken und wir uns auch nicht.“ Bei Sonne und kühlen Temperaturen waren viele Spaziergänger unterwegs, auch am Zwischenahner Meer. Keinen großen Zulauf meldeten der Harz und die Lüneburger Heide. „Hier sind die Parkplätze nicht überlastet“, berichtete die Polizei in Goslar.

Reisewelle in Schleswig-Holstein bleibt weiterhin aus

Entgegen allen Erwartungen ist die Reisewelle am Samstag an den Küsten und auf den Inseln im Norden Deutschlands weiterhin ausgeblieben. Bereits am Karfreitag war die Verkehrslage auf Schienen und Straßen ruhig - dieses Bild verfestigte sich am Samstag. Die Autobahnpolizei Scharbeutz sprach von einem „ganz normalen Verkehrsfluss an einem Sonnabend“, ohne Staus oder größeren Verkehrsbehinderungen.

Trotz des sonnigen Wetters war die Lage an der Lübecker Bucht ebenfalls ruhig. Zwar sei die Polizei mit einigen Streifenwagen zwischen Travemünde und Fehmarn unterwegs gewesen, zu Problemen oder Verstößen gegen Corona-Regeln sei es bis zum Samstagmittag jedoch nicht gekommen.

Auch auf Sylt blieb der große Touristenansturm aus. Nach Angaben der Polizei reisten hingegen einige Zweitwohnungsbesitzer an. „Im Vergleich zu den Osterfeiertagen vor der Pandemie ist das Touristenaufkommen aber eher gering“, erklärte ein Sprecher der Leitstelle Nord. Das könne auch daran liegen, dass die Freizeit-Aktivitäten auf der Insel weiterhin eingeschränkt seien, vermutet der Polizeisprecher.

Westerland: Alle Geschäfte geöffnet – auch Kerner bummelt

In Westerland herrscht in der Fußgängerzone am Sonnabend nahezu Normalbetrieb. Bis auf die Restaurants haben in der Friedrichstraße nahezu alle Geschäfte geöffnet, ohne Voranmeldung können die Ostergäste von Boutique zu Boutique spazieren. Auch Johannes B. Kerner schlendert am frühen Nachmittag durch die belebte Einkaufsstraße. Neben dem Strandübergang springen Kinder auf vier großen Bungee-Trampolinen, auf der Promenade ist jeder Strandkorb besetzt.

Volle Supermärkte in Westerland

Die Supermärkte in Westerland sind voll. Offenbar hatten viele Menschen die gleiche Idee, schnell noch den Ostereinkauf zu erledigen und dann die Sonne zu genießen. Doch schnell geht es hier nicht. Vor dem famila-Markt drängeln sich die Autos über den fast vollständig belegten Parkplatz, vor dem Eingang sollen zwei Security-Mitarbeiter die hohe Fluktuation in geregelte Bahnen lenken. Dies gelingt ihnen nicht wirklich.

Im Supermarkt herrscht Einkaufswagen-Pflicht, ohne darf die Security die Menschen eigentlich nicht den Markt lassen. Weil aber sämtliche Einkaufswagen um halb eins vergriffen sind, scheint es, als würden einige Menschen einfach ohne Einkaufswagen in den Markt gehen. An manchen Regalen drängeln sich die Menschen aneinander vorbei, immer wieder stehen einzelne Menschen dicht zusammen. „Das ist schon seit heute Morgen so voll“, erzählt eine gestresst wirkende Kassiererin.

Obwohl sieben von acht möglichen Kassen geöffnet sind, bilden sich immer wieder Schlangen vor dem Kassenbereich. Wer bezahlt hat, trifft zwischen dem Kassenbereich und dem Ausgang auf eine weitere Schlange aus rund zehn Menschen, die beim ebenfalls im Markt befindlichen Bäcker anstehen. Viele Menschen scheinen zudem nicht allein, sondern mindestens zu zweit einkaufen zu gehen. Manche haben ihre Kinder mitgenommen.

Kostenlose tägliche Tests am Westerländer Bahnhof

Direkt am Westerländer Bahnhof betreibt Erik Schäfer mit seiner Firma Intervivos ein Corona-Schnelltestzentrum. Dort können sich Insulaner und Gäste täglich kostenlos testen lassen. „Seitdem die Tests kostenlos sind, kommen deutlich mehr Leute. Insgesamt sind es eher die Insulaner und Pendler, die die Tests nutzen. Manche Zweitwohnungsbesitzer lassen sich aber auch testen“, sagt Schäfer. Wenn früh morgens die ersten Pendler mit dem Zug in Westerland ankommen, ist die Teststation bereits geöffnet. Sylts Bürgermeister Nikolas Häckel hatte vor den Ostertagen an die auswärtigen Gäste appelliert, sich sowohl bei der Anreise als auch während des Aufenthalts regelmäßig testen zu lassen. An diesem Sonnabend-Vormittag halten Toni und Katharina Rost die Stellung im Testzentrum am Bahnhof. Bis 12 Uhr nimmt das Ehepaar noch Abstriche, danach übernimmt die nächste Schicht.

Testzentrumsbetreiber Schäfer glaubt, dass die Tourismus-Saison im Sommer nur mit regelmäßigen Schnelltests funktionieren kann. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine andere Möglichkeit geben wird. Vorstellbar ist, dass Restaurantbesucher beispielsweise einen aktuellen negativen Test vorzeigen müssen“, sagt Schäfer. Damit dies gelingt, seien bereits weitere Testzentren in den Orten Rantum und Keitum geplant. Bereits heute können sich die Menschen auf Sylt am Fähranleger in List, im Pastorat in Wenningstedt, am Flughafen sowie in Hörnum kostenlos testen lassen. Im Syltness-Center in Westerland betreibt der Sylter Tourismus-Service (ISTS) eine weitere Teststation.

Zudem sei denkbar, in den kommenden Monaten im Wartebereich der Niebüller Autoverladung eine weitere Teststation einzurichten. Zusätzliche Staus befürchtet Schäfer nicht. „Wir können die Tests innerhalb von 45-sekündigen Slots machen“, erklärt er. Das Ergebnis erhalten die Menschen dann beispielsweise per E-Mail.

Vogelpark, Serengeti und Wildparks für Osteransturm gerüstet

Die Zoos und Tierparks rechnen über die Ostertage mit einem Ansturm von Besuchern. Großen Zulauf meldete der Vogelpark Walsrode schon an den sonnigen Tagen in dieser Woche. „Wir hatten mehr Besucher als prognostiziert“, sagte eine Sprecherin des Parks. „Das ist immer eine Wetterfrage. Wir vermuten, dass einige das vorgelagert haben, es sind ja schon Ferien in Niedersachsen.“ Eine Online-Buchung und Masken sind Pflicht. Als besondere Aktion zu Ostern können in der Vogelbabystation Eier und Jungtiere entdeckt werden. Viele Eier haben wegen der Tarnung verschiedenste Farben.

Sich Tiere anzugucken ist auch in Corona-Zeiten erlaubt, Karussell- und Achterbahnfahren dagegen nicht. Der weitläufige Serengeti-Park am Südrand der Lüneburger Heide ist offen für Tagestouren, Übernachtungen sind ausgeschlossen. Jeder kann spontan kommen, die Spielplätze sind offen, die Preise reduziert.

Online-Buchung ist für die Wildparks Lüneburger Heide in Nindorf-Hanstedt und Schwarze Berge Pflicht - beliebt besonders wegen der Nähe zu Hamburg. Maximal 1500 Menschen dürfen zeitgleich in den 50 Hektar großen Park in Rosengarten, nach drei Stunden Aufenthalt ist Schluss. Das Freilichtmuseum am Kiekeberg in Rosengarten im Landkreis Harburg ist bis auf Weiteres nach der neuen Verordnung geschlossen. Seit Donnerstag ist wegen der hohen 7-Tage-Inzidenz in Bremerhaven auch der Zoo am Meer bis zum 18. April dicht.

Am Sonnabendmorgen ist auf Sylt noch alles ruhig

Am Sonnabendmorgen ist es auf dem Campingplatz bei Westerland noch ruhig. Die Stellfläche der Dauercamper ist gut gefüllt, vereinzelt sind noch Plätze frei. Die meisten Menschen sind nicht nur für das Osterwochenende nach Sylt gekommen.

Auch in der Westerländer Fußgängerzone ist am Vormittag nicht viel los. Einzig vor den Bäckereien haben sich teilweise längere, bis zu 20 Meter lange Schlangen gebildet.

Niedersachsen: "reger Zulauf" bei Ferienwohnung an der Küste

Die niedersächsischen Ausflugsorte sind an Karfreitag zum großen Teil ziemlich leer geblieben. „Das Wetter ist nicht so toll“, sagte ein Polizeisprecher am Dümmer See. „Es soll Samstag und Ostersonntag besser werden, da erwarten wir mehr Besucher.“ Ähnlich sah es am Maschsee in Hannover und anderen beliebten Aufenthaltsorten im Freien aus. An der Küste war es da schon voller.

„Bei uns reisen viele Zweitwohnungsbesitzer an, wir haben regen Zulauf“, berichtete ein Polizeisprecher in Cuxhaven. Die Polizei hatte angekündigt, über Ostern verstärkt an Ausflugszielen und in Naherholungsgebieten die geltenden Ansammlungsverbote zu kontrollieren. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollten die Menschen nicht verreisen und zu Hause bleiben, bat die Polizei.

Es werden mehr Beamte eingesetzt und die Einhaltung von Ausgangssperren, Ansammlungsverboten und Maskenpflicht verschärft kontrolliert und Verstöße geahndet. Dazu werden auch Kräfte der Ordnungsämter eingesetzt, hieß es. Die Polizeidirektion Hannover bereite sich auf einen größeren Einsatz am Wochenende vor. Während der Feiertage werden erfahrungsgemäß viele Bürgerinnen und Bürger ihre freie Zeit bei gutem Wetter draußen verbringen wollen.

Tagesausflüge könnten mitunter beschränkt werden. So werden etwa die Großparkplätze am Steinhuder Meer und die Badeinsel im See vom 2. bis 5. April gesperrt. Auch Einfahrten in den Ortskern von Steinhude werden beschränkt, wie die Stadt Wunstorf bekanntgab.

Ruhe am Wenningstedter Kliff

Am Wenningstedter Kliff ist um kurz vor 19 Uhr nicht mehr viel los. Einige Menschen machen einen Abendspaziergang, andere sitzen in den Strandkörben oder holen sich ihr Abendessen ab. Kleinere Menschenansammlungen wie vor der Sansibar gibt es hier nicht.

Karfreitags-Bilanz der Rostocker Polizei

Das Rostocker Polizeipräsidium teilt am Abend mit, dass am Karfreitag bei den mobilen und stationären Kontrollen im Westen des Bundeslandes allein 105 Verstöße gegen die Corona-Verordnung des Landes Mecklenburg-Vorpommerns festgestellt worden sind.

Außerdem wurden mehr als 100 Fahrzeuge mit fast 200 Personen (107 Pkw mit 191 Personen) des Landes verwiesen. Mecklenburg-Vorpommern hat die strengsten Regeln für Touristen im Norden und erlaubt die Einreise auch nicht für Tagestouristen.

Sylt: Schlange stehen vor der Sansibar

Auf dem Parkplatz unterhalb der „Sansibar“ stehen am Freitagnachmittag mehr als 50 Autos, mehrere Familien spazieren den Schotterweg zur kultigen Strandbude hinauf. Auch rund 100 Meter vor dem Restaurant stehen rund 25 Autos.

Wie viele Restaurants bietet auch die Sansibar mehrere Gerichte zum Mitnehmen an. Das Ende der Schlange vor dem Bestelltresen ist nicht klar zu erkennen, in einem diffusen Wirrwarr aus aufgegebenen Bestellungen, Nachfragen und dem Hinweis, dass das Thai-Fisch-Curry abholbereit ist, geht die Ordnung verloren. Die meisten der rund 20 Menschen in der Schlange tragen eine Maske, der Abstand kann größtenteils eingehalten werden.

Befürchtete Reisewelle im Norden bislang ausgeblieben

Die von vielen befürchtete Reisewelle an die Küsten und auf die Inseln Schleswig-Holsteins ist am Karfreitag ausgeblieben. Sowohl die Polizei als auch die Deutsche Bahn meldeten kein größeres Verkehrsaufkommen in Richtung Ost- und Nordsee. „Da spielt uns wohl auch das Wetter in die Karten“, sagte eine Polizeisprecherin. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts erreichen die Temperaturen über die Osterfeiertage beispielsweise auf Sylt maximal zehn Grad bei teils stark böigem Wind.

Eine Bahnsprecher sagte, im Vergleich zu Zeiten vor der Corona-Pandemie sei das Verkehrsaufkommen im Norden deutlich geringer. Etwa am Sylt-Shuttle gebe es am Karfreitag keinerlei Wartezeiten. Bundesweit gehe die Bahn über die Ostertage von einer Auslastung von 25 bis 30 Prozent aus.

Sylt: Vize-Bürgermeister in großer Sorge wegen Oster-Urlauber

Carsten Kerkamm, Sylts Vize-Bürgermeister, bereiten die vielen auswärtigen Gäste über Ostern Sorgen. „Ich sehe natürlich die Autozüge und die Parkplätze der Verbrauchermärkte. Es sind trotz des Appells, in seiner Region zu bleiben, sehr viele Menschen auf die Insel gekommen“, sagte er am Freitagmitttag.

Kerkamm wünscht sich eine Testpflicht für die Gäste. „Wir fordern, dass die Landesregierung negative Tests bei Anreise vorschreibt. Danach könnten sich die Menschen beispielsweise alle zwei oder drei Tage testen lassen", so der gebürtige Westerländer. Das halte er für sinnvoll und notwendig, um im Sommer einen Tourismus im Sinne aller zu gewährleisten. „Wir haben leider nicht die Möglichkeit, die Tagestouristen und Zweitwohnungsbesitzer von der Insel fern zu halten."

Zurzeit beträgt die Inzidenz auf der Insel 24,1 – es gibt momentan "nur" sieben bestätigte Corona-Fälle. Kerkamm: „Wir haben momentan ein erhebliches Risiko durch das, was hier gerade geschieht. Ich kann jeden verstehen, der momentan aus seinen eigenen vier Wänden raus möchte. Trotzdem hat die Gesundheit einen höheren Stellenwert.“, sagt Kerkamm.

Wetter spielt Küstenorten wie Grömitz in die Karten

Im beliebten Seebad Grömitz im Kreis Ostholstein geht es am Karfreitag ruhig zu. "Das Wetter spielt uns in die Karten", sagt Jacqueline Felsmann, Sprecherin des Tourismus-Service Grömitz. Es seien einige Zweitwohnungsbesitzer vor Ort. "Aber es hält sich alles in Grenzen." Zudem seien Ordnungsdienst und Polizei am Küstenstreifen unterwegs.

Mecklenburg-Vorpommern: Polizei weist Autos an Grenze ab

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Einreise für Touristen aus anderen Bundesländern oder aus dem Ausland zu Ostern generell verboten – und wird von der Polizei streng kontrolliert.

Am Donnerstag seien 533 Autos, in denen 736 Personen saßen, an der Landesgrenze überprüft worden, teilte das Polizeipräsidium Rostock auf Anfrage mit. "Es wurden 37 Autos, die mit 63 Personen besetzt waren, abgewiesen", so ein Polizeisprecher aus Rostock. In der Hansestadt Rostock habe die Polizei ansonsten 250 Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen und 13 Verstöße gegen die Maskenpflicht festgestellt.

Mit stationären und mobilen Kontrollen will die Polizei vor und während der Ostertage den touristischen Reiseverkehr unterbinden.

Hotelbetreiberin auf Sylt: "Verstehe Reiselust der Menschen"

In Kampen auf Sylt parken vor beinahe jedem Haus Autos aus dem ganzen Bundesgebiert. Teure Mercedes- und BMW-SUV reihen sich aneinander, vor einem Haus parkt ein Rolls Royce. Vor allem in der Kampener Kurhausstraße parken stehen etliche Autos, Schleswig-Holsteinische Kennzeichen sind die Ausnahme.

„Wenn jemand reisen will, steht mir nicht zu, über ihn zu urteilen“, sagt Claudia Kochanek. Die 52-jährige Insulanerin betreibt in Westerland ein kleines Hotel. Obwohl sie zurzeit keine Urlaubsgäste empfangen darf, könne sie die Reiselust der Menschen mit Zweitwohnsitz teilweise nachvollziehen. „Ich kann es nicht verurteilen, weil ich das Bedürfnis der Leute verstehen kann. Ich persönlich würde mit meinem Mann jetzt trotzdem nicht verreisen, weil ich weiß, wie es ausgehen kann. Mein Onkel ist an Corona verstorben, mein Cousin war im Krankenhaus. Zur Beerdigung durften nur drei Personen kommen“, sagt Kochanek.

Polizei im Norden zieht Bilanz: "Es ist ruhig – noch"

In Aurich und Umgebung sowie den ostfriesischen Inseln gab es am Donnerstagabend und in der Nacht zum Freitag keine größeren Vorkommnisse im Zusammenhang mit Corona-Verstößen. "Es ist ist sehr ruhig bisher", sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Aurich. Morgen könne das jedoch anders aussehen.

Auch in Hannover und Göttingen meldete die Polizei eine ruhige Nacht. "In Hannover haben sich die allermeisten Menschen an die Ausgangssperre gehalten", sagte Polizeisprecher in Hannover. So leer habe man Hannover wohl selten hesehen.

Gespenstische Stille auf Sylt am Karfreitag

Rund um den Hafen in List ist es am Karfreitag am Morgen gespenstisch leer. Auf dem großen Parkplatz vor dem Naturgewalten-Erlebniszentrum parken nur ein Dutzend Autos, hin und wieder läuft ein Jogger vorbei. Kurz bevor die Sylt-Fähre anlegt, fährt eine Polizeistreife über den Parkplatz. Nach einem kurzen Blick über das unter normalen Umständen brechend volle Hafengelände drehen die Beamten wieder ab.

„Gegen 13 Uhr wird es hier voller“, erzählt ein Mitarbeiter des Einkaufszentrums "Alte Tonnenhalle", „dann kommen die Leute, um ein Fischbrötchen oder eine Bratwurst zu kaufen.“ Vor den meisten Häusern im Dorf parken auswärtige Autos, die meisten mit Hamburger, Bremer oder Nordrhein-Westfälischem Kennzeichen.

Ruhe am Abend in Westerland

In der Westerländer Friedrichstraße haben die meisten Restaurants geschlossen, nur wenige bieten ihre Gerichte zum Mitnehmen an. So unter anderem das Gosch: Gegen 19 Uhr hat sich eine kleine Schlange vor der Verkaufstheke gebildet.

Insgesamt ist es am Abend ruhig, die meisten Menschen scheinen in ihren Wohnungen zu sein. Auf der Strandpromenade spazieren vereinzelt kleinere Menschengruppen. Zwei Familien genießen in zwei der wenigen nebeneinander stehenden Strandkörbe mit mitgebrachten Weinflaschen den Sonnenuntergang.

Schwere Unfälle sorgen für Staus auf Hauptreiseroute Richtung Norden

Zwei schwere Unfälle mit Lkw haben am Donnerstagnachmittag für Staus auf der Hauptreiseroute Richtung Norden gesorgt: In beiden Fälle kollidierten Sattelzüge mit Stauenden auf der A7 bei Hamburg – ein Lkw-Fahrer starb noch am Unfallort, ein weiterer wurde schwer verletzt.

Abfahrt nach Sylt – im voll besetzten Autozug

Während ein voll besetzter Autozug in Niebüll noch auf die Abfahrt wartet, haben sich bereits sämtliche drei Wartespuren für den nächsten Zug gefüllt. Neben vereinzelten weißen Sprintern warten überwiegend hochpreisige SUV, Sportwagen und Kleinbusse in der Schlange. Ein Hamburger erzählt, dass er mit seiner Familie die Ostertage auf Sylt in der Wohnung seiner Schwiegereltern verbringen wolle. Seinen Namen möchte er nicht nennen.

Nordfriesische Kennzeichen sind die absolute Ausnahme, der Großteil der Autos stammt nicht aus Schleswig-Holstein. Viele von ihnen sind bis unters Dach mit Gepäck beladen. Nicht alle Fahrzeuge werden es auf den Zug schaffen. Sie müssen auf die nächste Fahrt warten. Während auf dem Autozug per Durchsage ein „angenehmer Aufenthalt auf Sylt“ gewünscht wird, dürfte bei vielen bereits Urlaubsstimmung aufkommen.

Polizei in Niedersachsen kündigt verstärkte Kontrollen an

Auch die Polizei in Niedersachsen wird über Ostern verstärkt an Ausflugszielen und in Naherholungsgebieten die geltenden Ansammlungsverbote kontrollieren. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollten die Menschen nicht verreisen und zu Hause bleiben, bat die Polizei. Es werden demnach mehr Beamte eingesetzt und die Einhaltung von Ausgangssperren, Ansammlungsverboten und Maskenpflicht verschärft kontrolliert und Verstöße geahndet. Dazu werden auch Kräfte der Ordnungsämter eingesetzt, hieß es.

Die Polizeidirektion Hannover bereite sich auf einen größeren Einsatz am Wochenende vor. Während der Feiertage werden erfahrungsgemäß viele Bürgerinnen und Bürger ihre freie Zeit bei gutem Wetter draußen verbringen wollen, teilte die Polizei mit. Gerade in beliebten Naherholungsgebieten wie der Eilenriede, dem Maschsee oder am Steinhuder Meer könnte es trotz Ansammlungsverbots zu Zusammenkünften oder Gedränge kommen.

Tagesausflüge könnten mitunter beschränkt werden. So werden etwa die Großparkplätze am Steinhuder Meer und die Badeinsel im See vom 2. bis 5. April gesperrt. Einfahrten in den Ortskern von Steinhude werden beschränkt, wie die Stadt Wunstorf bekanntgab. In der Region Hannover gilt eine nächtliche Ausgangssperre.

Ferienorte besorgt: "Ohne Hilfe der Polizei überfordert"

Schleswig-Holsteins Ferienorte bereiten sich zu Ostern auf einen Ansturm von Gästen vor. Besonders die Kommunen an Nord- und Ostsee stellen sich trotz Beherbergungsverbot auf viele Tagesgäste und gut belegte Zweitwohnungen ein. Das bereitet vielen Kommunen Sorge, denn Zweitwohnungen dürfen nicht nur von den Besitzern selbst, sondern auch von Freunden und Bekannten genutzt werden. „Dementsprechend haben die Standorte Sorge, wie Abstände und Kontaktregeln eingehalten und überwacht werden können“, sagte Jörg Bülow, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Gemeindetages.

Dazu benötigten die Gemeinden unbedingt die Unterstützung durch die Polizei sagte Bülow. „Nach unserem Eindruck haben sich die Kommunen sehr intensiv vorbereitet, zum Beispiel auf die Lenkung von Besuchern und Verkehr“, sagte Bülow. „Doch ohne die Hilfe der Polizei wären die Kommunalverwaltungen überfordert“, sagte er. Der Gemeindetag vertritt über 1000 Kommunen im Land.

Bahnhof Niebüll: Kaum Betrieb abseits der Autoverladung

Während an der Autoverladung reger Betrieb herrscht, wirkt der Niebüller Bahnhof auf den ersten Blick wie verwaist. Nur fünf Personen warten auf den vier Bahnsteigen, der Regionalzug nach Westerland ist nur spärlich besetzt. „Halten Sie bitte den Mindestabstand ein“, sagt eine Lautsprecherstimme über den leeren Bahnsteig. Ein Hinweis, den die wenigen Menschen nicht gebraucht hätten.

Gegen 14.45 Uhr setzt sich der Autozug aus Richtung der Verladestelle in Bewegung. Anders als die Personenwaggons ist dieser nahezu bis auf den letzten freien Platz mit Autos belegt. Zwei Porsche reihen sich an überwiegend vollbesetzte SUV und weitere hochpreisige Fahrzeuge. Auf dem gegenüberliegenden Gleis wartet eine vierköpfige, jeweils mit großen Gepäckkoffern ausgestattete Familie auf den IC in Richtung Altona.

Sie kämen nicht von Sylt, sondern von Amrum, erzählt die Frau, die ihren Namen nicht nennen möchte. Auf Amrum hätten sie in ihrer Zweitwohnung ein paar Urlaubstage verbracht. Verboten ist das nicht – dennoch hatten viele Urlaubsregionen von derartigen Reisen abgeraten. „Wir sind vorher und nachher getestet worden. Deshalb finden wir das in Ordnung“, sagt die Frau.

Oster-Urlauber aus ganz Deutschland auf dem Weg nach Sylt – viele aus Hamburg

Beim Sylt Shuttle in Niebüll ist es gegen 13 Uhr verhältnismäßig ruhig, die Autos warten in zwei Reihen auf die Autoverladung. Urlauber scheint es aber trotzdem zu geben. Immer wieder rollen ganze Familien mit vollgepackten Kofferräumen in Richtung des Ticketschalters, häufig sitzen auf den Rückbänken Kinder. Angesprochen auf den vermeintlichen Osterurlaubstrip, möchte sich kaum einer äußern.

Die Kennzeichen stammen aus der gesamten Republik, nordfriesische Autos sind in der deutlichen Minderheit. „Viele kommen aus Nordrhein-Westfalen und Hamburg“, erzählt ein Mitarbeiter des Ticketschalters. Innerhalb weniger Minuten rauschen Autos aus Dortmund, Kiel, Köln, München, Bottrop, Kassel, Homburg und Bad Oldesloe vorbei.

Ostfriesische Inseln wollen Zugang über Ostern kontrollieren

Wegen eines erwarteten Andrangs von Oster-Ausflüglern haben einige Ostfriesische Inseln Kontrollen von ihren Ordnungsbehörden angekündigt. Die Städte Norderney und Borkum teilten etwa mit, bei den Ankünften der Fähren auf den Inseln die Einhaltung der Corona-Regeln zu überprüfen.

Auf Borkum wurde dafür nach Angaben der Inselkommune das Personal aufgestockt. Auch die Inselgemeinden Spiekeroog und Langeoog kündigten Kontrollen an. Eine Sprecherin der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund sagte am Donnerstag, Beamte würden über die Ostertage sowohl auf dem Festland als auch auf den Inseln Präsenz zeigen und die kommunalen Ordnungsbehörden unterstützen - erste Kontrollen an Fähren habe es bereits gebeben.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Strikte Zugangsregeln gelten ab Karfreitag für die Insel Wangerooge: Reisende dürfen die Insel dann nur noch mit dem Nachweis eines negativen Corona-Tests betreten. Das sieht eine neue Allgemeinverfügung des Landkreises Friesland vor. Nachweise sollen laut der Inselgemeinde an der Fähre, der Inselbahn oder den Inselfliegern vorgelegt werden.

Polizei in Schleswig-Holstein will zu Ostern stärker kontrollieren

Die Urlaubsorte in Schleswig-Holstein fürchten, es könnten zu viele Menschen kommen. Zu Ostern werden viele Besucher an der Küste erwartet. Die Polizei im Norden hat nun angekündigt, an den Feiertagen verstärkt Streife zu fahren und die Ordnungsämter so zu unterstützen. Innenminister Sabine Sütterlin-Waack (CDU) hatte zu Zurückhaltung bei Besuchen von Freunden und Familien gemahnt: "Wir wissen, dass mit Abstand die meisten Ansteckungen bei privaten Kontakten geschehen. Und deshalb müssen wir alle darauf verzichten."

Großparkplätze am Steinhuder Meer über Ostern gesperrt

Um einen Andrang an Tagestouristen zu verhindern, werden am Steinhuder Meer (Niedersachsen) die Großparkplätze über Ostern gesperrt. Das teilte die Stadt Wunstorf mit. Der Bürgermeister bat die Menschen, Steinhude nicht zu besuchen. Wenn viele Touristen kämen, bestehe die Gefahr, dass „das Ansammlungsverbot nicht eingehalten werden kann.

Dies soll nach Möglichkeit im Vorfeld verhindert werden“. Auch die Einfahrt in den Ort werde beschränkt und die Zufahrtsstraßen zu den Parkplätzen gesperrt. Die Badeinsel in dem riesigen See werde ebenfalls abgesperrt.

Urlauber tricksen bei Ferienwohnungen an Ostsee und Nordsee

In Schleswig-Holstein dürfen Ferienhäuser und -wohnungen genutzt und Freunden und Familienmitgliedern überlassen werden, solange dies unentgeltlich passiert. Genau diese Regel nutzen nun offenbar einige Urlaubswillige aus Hamburg und Umgebung als Schlupfloch und versuchen zu tricksen, um über die Osterfeiertage doch noch Urlaub in einem Ferienhaus am Meer machen zu können.

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Auch zwei Familien aus Eimsbüttel quartieren sich über Ostern in Ferienwohnungen in der Flensburger Förde ein. Der Vermieter hatte ihnen zuvor angeboten, als "gute Freunde" anzureisen. Deshalb gebe es keine Buchungsbestätigung oder Rechnung. Zudem berichtete der Vermieter, er lebe bereits von seinem Erspartem und wäre sehr froh, wenn die Familien kämen und ihm das Geld in Bar geben könnten.

Ferienwohnung: Auch viele Anfragen auf Amrum

Auf der Nordseeinsel Amrum ist die Lage ähnlich. "Ich bekomme aktuell über die Buchungsportale viele Anfragen, ob ich meine Ferienwohnung nicht doch vermieten würde, indem wir so tun, als seien die Gäste Freunde oder Bekannte von mir", berichtet eine Vermieterin, die eine Ferienwohnung auf Amrum hat. "Die Menschen haben so eine Sehnsucht nach Urlaub, dass sie alles versuchen, um sich eine kurze Auszeit zu verschaffen."

Auf jeden freigemeldeten Zeitraum kämen gleich mehrere Anfragen. "Einige sind sehr hartnäckig und lassen nicht locker. Doch die meisten Gäste haben Verständnis dafür, dass Buchungen zu touristischen Zwecken auf Amrum momentan einfach nicht gehen", so die Vermieterin.

Amrum: Unbekannte zerstechen Reifen von Autos mit fremden Kennzeichen

Eigentlich gelten die Ostertage als Saisonauftakt auf Amrum: Die Insel ist ausgebucht und auf den Straßen und am Strand tummeln sich die Gäste. Doch auch im Jahr 2021 verlaufen die Feiertage wie schon im vergangenen Jahr Corona-bedingt etwas anders als gewöhnlich. Wegen des Beherbungsverbots zu touristischen Zwecken dürfen die Hotels und Ferienwohnungen nicht an Gäste vermietet werden. Zumindest offiziell: Denn in Schleswig-Holstein dürfen Zweitwohnungsbesitzer ihre Wohnungen an Verwandte und Bekannte vergeben, solange dafür keine Miete genommen wird.

Eine Möglichkeit, die von vielen auch in vollem Umfang genutzt wird: „Man merkt, dass die Insel deutlich voller ist als noch im letzten Jahr, als auch die Zweitwohnungsbesitzer nicht nach Amrum kommen durften“, sagt ein Insulaner. Viele Amrumer seien verärgert über die Sonderregelung, einige vermuten, dass auf diese Weise trotzdem an Gäste vermietet würde und befürchten, dass die Inzidenz nach den Ostertagen ansteigen und die hoffentlich bald beginnende Saison gefährden könnte.

Wie das Online-Portal „Amrum-News“ berichtet, scheinen sich Unbekannte so über die Anwesenheit Fremder auf der Insel geärgert zu haben, dass in der Gemeinde Nebel bei fünf Autos mit fremden Kennzeichen jeweils ein Reifen zerstochen wurde. Die Autos gehören laut dem Bericht Zweitwohnungsbesitzern, die schon seit vielen Jahren ihre Wohnungen besitzen, Zweitwohnungssteuer bezahlen und sich daher nicht unerlaubt auf Amrum aufhalten.

Alle Infos über die Lage an Ostsee und Nordsee zu Ostern

In Niedersachsen greifen ab Karfreitag vielerorts strengere Corona-Regeln, von Freitag bis Ostermontag gilt ein Ansammlungsverbot, in vielen Regionen gibt es zudem nächtliche Ausgangssprerren. Auch öffentliche Osterfeuer sind untersagt. Mitglieder eines Haushalts können sich mit höchstens zwei Personen eines anderen Haushalts treffen. Einige Zoos und Tierparks sind jedoch geöffnet.

Laut der niedersächsischen Corona-Verordnung sind touristische Übernachtungen auch zu Ostern weiterhin verboten. Übernachtungen wegen Geschäftsreisen sind erlaubt. Auch Zweitwohnungsbesitzer dürfen zur Nutzung ihrer Wohnungen etwa auf die Inseln anreisen - sie dürfen diese aber nicht an Freunde, Bekannte oder Gäste vermieten.

Mecklenburg-Vorpommern: Polizei kündigt Kontrollen an

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Einreise für Touristen aus anderen Bundesländern oder aus dem Ausland zu Ostern generell verboten.

Die Polizei kündigte bereits an, die Einhaltung der Regel über die Feiertage verstärkt zu kontrollieren und sowohl Personen als auch Fahrzeuge zu überprüfen. An den Landesgrenzen, im Landesinneren und auf den bei Urlaubern beliebten Inseln wie Rügen und Usedom werde es stationäre und mobile Kontrollen geben.

Corona-Regeln: Was ist Ostern in Schleswig-Holstein erlaubt?

  • Kontakte außerhalb des eigenen Haushalts sind auf das absolut Nötige zu beschränken.
  • Generell dürfen sich zwei Haushalte mit insgesamt maximal fünf Personen treffen
  • Gehören zu einem Haushalt mehr als fünf Personen, darf nur noch eine weitere Person dazukommen.
  • Liegt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt drei Tage nacheinander über 100, sind nur noch Begegnungen eines Haushalts mit einer weiteren Person erlaubt. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt.
  • Es gilt ein touristisches Beherbergungsverbot. In Hotels, Pensionen und anderen Quartieren darf nur übernachten, wer aus beruflichen oder medizinischen Gründen reist.
  • Freizeitparks und Schwimmbäder bleiben geschlossen.
  • Museen, Gedenkstätten, Bibliotheken, Archive, Botanische Gärten, Tierparks, Wildparks, Aquarien, Angelteiche, Strandkorbvermietungen, Sonnenstudios und Zoos können dagegen öffnen. Es gilt eine Beschränkung der Besucherzahl pro Fläche, es müssen Kontaktdaten erhoben werden.
  • Öffnungen im Einzelhandel sind vom Inzidenzwert abgängig, also der Zahl der Menschen, die sich bezogen auf 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen mit dem Coronavirus infizieren. In den Kreisen Segeberg und Pinneberg sowie der Stadt Flensburg müssen die Geschäfte auf "Click & Collect" umstellen, weil die Inzidenz auf mehr als 100 gestiegen ist.
( hie/coe/maj/bron/josi/dpa )

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