Urlaub

ADAC warnt: Sehr lange Staus im Norden zum Ferienbeginn

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Edgar S. Hasse
Autos stauen sich auf einer Autobahn (Archivbild).

Autos stauen sich auf einer Autobahn (Archivbild).

Foto: Axel Heimken/dpa

Zukunftsforscher Opaschowski rechnet mit einer „Explosion des Autotourismus“. Hamburger sollten ihren geografischen Vorteil nutzen.

Hamburg. Sommerzeit – und der Stau auf den Autobahnen beginnt. Mit dem Start der Ferien an diesem Wochenende in Hamburg, Schleswig-Holstein, Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen kommt es rund um Hamburg zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. „Das ist der Auftakt für den Reiseverkehr, der bis in den August reicht“, sagte Christian Hieff, Sprecher des ADAC Hansa, dem Abendblatt. Es müsse angesichts der Corona-Krise, bei der viele Menschen ihren Urlaub in Deutschland verbringen, „mit sehr langen Staus“ gerechnet werden.

Besonders eng werden dürfte es an diesem Freitagnachmittag, wenn der Feierabendverkehr auf den ersten großen Reiseverkehr Richtung Küste trifft. Auch ab Sonnabendvormittag bis zum frühen Abend dürfte es nach ADAC-Prognosen voll auf den Autobahnen werden. Die Verkehrsexperten raten Hamburgern, die in diesen Tagen an die Küste fahren wollen, ihren geografischen Vorteil zu nutzen. „Also sich am besten auf den Weg zu machen, bevor die Reisewelle aus dem Süden in den Norden reicht“, sagt Christian Hieff. Am kommenden Sonntag würden die Autobahnen deutlicher leerer werden. Der Auto-Club Europa (ACE) rät, die Reise nach Möglichkeit unter der Woche oder an den Sonntagen zu beginnen.

Baustellen könnten zu einem Nadelöhr werden

Vor allem die Baustellen dürften zu einem Nadelöhr und damit zur Geduldsprobe werden. So ist auf der Autobahn 1 von Lübeck Richtung Hamburg zwischen Öjendorf und Billstedt die Fahrbahn wegen einer Baustelle bis 1. Oktober auf zwei Fahrstreifen verengt. Darüber hinaus kommt es ebenfalls aufgrund von Bauarbeiten im Kreuz Lübeck zu Behinderungen. Auf der A 7 drohen Staus am Elbtunnel und wegen der Baustelle in Stellingen. Bauarbeiten bei Waltershof dürften ebenso zu zeitlichen Verzögerungen bei den Autofahrten führen.

Eng wird es darüber hinaus auf den Zufahrtsstraßen zu den großen Verkehrsadern. Betroffen sind davon die Bundesstraßen Richtung Ost- und Nordseedestinationen. Dazu gehören die B 96 als „Rügen-Zubringer“, die B 110 (Rostock–Usedom) und B 111 (A 20 Richtung Usedom). Auch auf der A 24 Richtung Berlin wird der Reiseverkehr teilweise nur zäh fließend vorankommen.

Viele Menschen bleiben wegen Corona im Inland

Bei der Frage, wie hoch das Verkehrsaufkommen durch das veränderte Reiseverhalten der Deutschen sein wird, gehen die Prognosen auseinander. Während der ACE von einem „weitaus geringeren Verkehrsaufkommen“ ausgeht, weil die Menschen eher zu Hause bleiben, rechnen Wissenschaftler mit einer deutlichen Zunahme. So erwartet der Hamburger Zukunftsforscher Professor Horst W. Opaschowski nach dem Ende des Lockdowns geradewegs eine „Explosion des Autotourismus“. Der Urlaub mit dem eigenen Fahrzeug werde zur neuen Normalität, weil Flugreisen und Kreuzfahrten weniger möglich seien. Das Opaschowski Institut hatte ermittelt, dass die Reisefreude vor allem bei Großstädtern ungebrochen ist (76 Prozent). Auch Singles seien besonders reisefreudig (78 Prozent) – trotz Corona.

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Ähnlich bewertet der ADAC die Lage. „Wir müssen mit sehr langen Staus rechnen, da viele ihre ursprünglichen Urlaubspläne aufgegeben haben und nun noch lieber im Inland bleiben“, sagte ADAC-Sprecher Hieff. Die Destinationen an der Nord- und Ostseeküste seien nahezu ausgebucht, die Inseln belegt. „Daher werden auch die Straßen voll.“ Und für alle im Stau gilt: Rettungsgasse bilden! Sie müsse bereits dann gebildet werden, wenn der Verkehr stockt und nicht erst, wenn die Rettungskräfte sich mit Blaulicht nähern, sagt Hieff.

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum und halten Sie Abstand von mindestens 1,50 Metern zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

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