Fische

Bald so viele Nordsee-Schollen wie nie zuvor?

Eine kleine Scholle beim Schaufischfang vor Neuharlingersiel (Archiv).

Eine kleine Scholle beim Schaufischfang vor Neuharlingersiel (Archiv).

Foto: Imago/Marc Schüler

Fischer freuen sich über stabile Bestände in der Nordsee. Ökologischer Fußabdruck bei Fisch "viel besser" als bei Fleisch und Ei.

Hamburg/Cuxhaven. Nach Einschätzung der Deutschen Kutter- und Küstenfischer werden die Fischbestände der Nordsee weitgehend nachhaltig bewirtschaftet. "Die Überfischung ist Vergangenheit, auch wenn es bei einzelnen Arten immer wieder Bewirtschaftungsprobleme geben kann", sagte Verbandssprecher Claus Ubl am Montag in Hamburg.

Grundlage seien die Fangempfehlungen des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES) für 2020. Positiv sei auch die wachsende Wertschätzung wild gefangener Fische durch die Verbraucher, so Ubl. Der ökologische Fußabdruck sei sehr viel besser als etwa der von Fleisch oder Eiern.

Scholle auf Weg zu neuem Höchststand

Die Nordsee-Scholle könnte nach Einschätzung des ICES im nächsten Jahr einen neuen Höchststand von über 1,1 Millionen Tonnen an Elterntieren erreichen. Der Schwellenwert für eine nachhaltige Bewirtschaftung liege bei etwa der Hälfte, so der Fischereiverband. Der ICES empfiehlt eine leichte Senkung der Fangmenge um acht Prozent, nachdem es im Vorjahr eine Erhöhung um neun Prozent gegeben hatte.

Niedrigere Fangmengen für Seezunge und Lachs

Der Bestand der Nordsee-Heringe wird für 2020 auf 1,3 Millionen Tonnen prognostiziert. Der ICES empfiehlt eine Fangmenge von rund 430.000 Tonnen, was einer Erhöhung um neun Prozent entspricht. Der Bestand der Seezunge wird laut Fischereiverband ebenfalls nachhaltig bewirtschaftet. Der ICES empfiehlt eine Fangmenge von rund 12.000 Tonnen, zwei Prozent weniger als derzeit. Beim Seelachs empfiehlt der ICES eine Senkung der Fangmenge um 15 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr, nachdem es im Vorjahr eine Erhöhung um 21 Prozent gegeben hatte.

Kabeljau entwickelt sich uneinheitlich

Beim Nordsee-Kabeljau zeige sich ein uneinheitlicher Trend, so der Fischereiverband. Im südlicheren Teil der Nordsee mit der Deutschen Bucht sei der Elterntierbestand viel schlechter als im nördlichen Teil. Vor 40 Jahren sei diese Verteilung noch genau umgekehrt gewesen.