Norden

Ausflugs-Tipps der Superlative für das Land der Rekorde

Vor dem Alten Land erstreckt sich in der Elbe die mehr als drei Kilometer lange Insel Lühesand mit beeindruckenden Strommasten zwischen Schleswig-Holstein und Niedersachsen

Vor dem Alten Land erstreckt sich in der Elbe die mehr als drei Kilometer lange Insel Lühesand mit beeindruckenden Strommasten zwischen Schleswig-Holstein und Niedersachsen

Foto: TA CAPS / Thorsten Ahlf

Wo stehen die höchsten Strommasten Europas und der dickste Baum Deutschlands? Im Norden gibt es etliche Rekorde.

Hamburg.  Die dickste Linde Europas und die längste Seebrücke Deutschlands – so etwas gibt es nur im Norden. Natur und Menschenhand haben in dieser Region etliche Rekorde geschaffen. Das Abendblatt stellt acht Ausflugsziele der Superlative vor.

Dickste Linde Europas: Heede im Emsland ist ein 2200-Einwohner Dorf, dessen Leben um eine alte Linde kreist. Unter diesem Baum wird in jedem Jahr der Schützenkönig der Gemeinde proklamiert. Früher gaben sich hier heiratslustige Paare ihr Jawort. Inzwischen hat es die fast 1000 Jahre alte Linde, die für den Wettbewerb zum „Europäischen Baum des Jahres 2016“ nominiert war, auf einen stattlichen Durchmesser von 15,39 Metern gebracht. Damit gilt das 20 Meter hohe Exemplar als der dickste Baum Deutschlands und als dickste Linde Europas, wie Bürgermeister Antonio Pohlmann versichert.

Entlang der Ems gibt es viel zu entdecken. Weitere Infos: www.heede-ems.de

Weltrekord-Bergwerk: Der Harz ist mit einem Berg und seinen Schätzen weltweit Spitze – dem Rammelsberg in Goslar. Dort befindet sich das einzige Bergwerk der Welt, das 1000 Jahre lang ununterbrochen in Betrieb war. Gefördert wurden einst Gold, Silber, Blei, Kupfer und Zink. Heute ist die Anlage Unesco-Weltkulturerbe. Das 1988 stillgelegte Bergwerk dokumentiert zehn Jahrhunderte Bergbaugeschichte, darunter Abraumhalden aus dem 10. Jahrhundert und das Feuergezäher-Gewölbe, den ältesten gemauerten Grubenraum Europas aus dem 13. Jahrhundert. Mit einem Reichtum von rund 30 Millionen Tonnen Erz habe der Rammelsberg (größte Tiefe: 100 Meter) die Geschichte und den Wohlstand der Stadt Goslar entscheidend geprägt, sagt Mathias Derlin, Geschäftsführer der Goslar Marketing GmbH.

Besucherbergwerk und Museum Rammelsberg befinden sich im Bergtal 19 in Goslar. Weitere Informationen Tel. 05321/75 00.

Längste Seebrücke Deutschlands: Dem Meer ganz nah sind die Spaziergänger auf der längsten Seebrücke Deutschlands. Sie steht in Heringsdorf (Usedom) und ist 508 Meter lang. 1995 gebaut, ersetzt sie die bisherige, 50 Meter kürzere Kaiser-Wilhelm-Brücke, deren Bausubstanz im Jahr 1957 durch ein Feuer vernichtet wurde.

Das Kaiserbad Heringsdorf wird auch als „Villenviertel Usedoms“ bezeichnet. Weitere Infos: www.usedom.de

Höchste Strommasten Europas: Auf der Elbinsel Lühesand vor dem Alten Land ragen zwei gigantische Strommasten in die Höhe. Wo auf dem schmalen sandigen Eiland bis zu 60 Camper die Mai-Idylle genießen, spannen sich weit oben 380-kV-Stromleitungen vom Schaltwerk Wilster (Schleswig-Holstein) bis zum Umspannwerk Dollern (Niedersachsen) über die Elbe. Die Lühesander Strommasten (Elbekreuzung 1 und 2) sind 189 und 227 Meter hoch und damit die höchsten Freileitungsmasten Europas. Sie gewähren Schiffen an der tiefsten Stelle der durchhängenden Leitungen die geforderte Durchfahrtshöhe von 75 Metern.

Lühesand: Anreise mit der Fähre von Grünendeich im Alten Land. Mehr über Ausflüge in der Region unter: www.maritime-elbe.de

Ältester Leuchtturm Deutschlands: Wo Neubauten mit Luxusferienwohnungen derzeit in den Himmel wachsen, steht in Travemünde Deutschlands ältester Leuchtturm. Er wurde 1539 erbaut und ist 31 Meter hoch. Längst hat der Alte Leuchtturm ausgedient. Auf der obersten Etage jedoch können Besucher die noch funktionsfähige Anlage mit ihren 1000-Watt-Glühlampen bewundern.

Lübeck-Travemünde, Am Leuchtenfeld 1. Weitere Informationen: Tel. 04502/889 17 90.

Tiefster Punkt Deutschlands: Wer mit dem Auto von Hamburg nach Timmendorfer Strand an die Ostsee fährt, kommt am Hemmelsdorfer See vorbei. Studenten der HafenCity Universität Hamburg haben das eiszeitliche Gewässer exakt vermessen und mit einem Mehrstrahl-Echolot festgestellt: Der zum Teil vier Meter unter Normalnull gelegene fischreiche See ist in seinem südlichen Becken 39,60 Meter tief. Damit haben die Studierenden den tiefsten Festlandspunkt Deutschland markiert. Tiefer hinab geht es nur noch in der Nordsee vor Helgoland – auf immerhin 70 Meter.

Rund um den See können Fahrradtouren unternommen werden. Weitere Informationen: www.timmendorfer-strand.de

Größtes Obstanbaugebiet Europas: Zehn Millionen Bäume wachsen im Alten Land um die Wette, das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Europas. Seit 700 Jahren wird auf fruchtbarem Marschboden Obst angebaut. Die Obstbauern nutzen eine Fläche von 10.500 Hektar, auf der zu 90 Prozent Apfelbäume gedeihen, der Rest sind Kirschen oder Birnen.

Am 26. und 27. Mai finden in Jork die Wikingertage statt. Es gibt Mitmachaktionen und Schaukämpfe.

Weltrekord-Frachtschiff: Die „Cap San Diego“, genannt der „Weiße Schwan“, im Hamburger Hafen ist ebenfalls rekordverdächtig. Einst transportierte der Frachter Kühe und Chemikalien von Südamerika nach Hamburg. Heute ist er das größte fahrtüchtige Museumsfrachtschiff der Welt. Gäste können an Bord in komfortablen Suiten und Kabinen übernachten.

Liegeplatz: Überseebrücke, täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.