Totschlagsprozess

Überraschender Freispruch nach Angriff auf Mutter und Oma

Das Landgericht Lübeck hat einen 30-Jährigen freigesprochen. Er hatte seine Mutter mit 50 Stichen einer Geflügelschere getötet.

Lübeck. Im Prozess um einen tödlichen Familienstreit in Lübeck hat das Landgericht Lübeck den Angeklagten am Freitag überraschend vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen. Stattdessen wiesen die Richter den 30-Jährigen in eine Entziehungsklinik ein.

Der drogenabhängige Angeklagte sei zur Tatzeit wegen eines sogenannten atypischen Rauschzustandes schuldunfähig gewesen, hieß es in der Urteilsbegründung. Der 30-Jährige hatte gestanden, im Juli 2017 seine Mutter erstochen und seine Großmutter schwer verletzt zu haben.

Der Mann hatte mit einer Geflügelschere rund 50 mal auf seine Mutter eingestochen. Seine Großmutter, die ihrer Tochter helfen wollte, wurde rund 20 mal getroffen. Ihr war es noch gelungen, ihren Enkel mit einer Bratpfanne niederzuschlagen.

Die Staatsanwaltschaft, die eine Haftstrafe von zwölf Jahren gefordert hatte, will prüfen, ob sie Revision beantragen wird.