Fischräucherei

Timmendorfer Ausflugslokal droht die Schließung

Die Gastronomie am Hemmelsdorfer See mit Steg

Die Gastronomie am Hemmelsdorfer See mit Steg

Foto: Freshview/Henrik Fels

Der Fischereihof am Hemmelsdorfer See ist nach aufwendigem Neubau mit einer Seebrücke in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Timmendorfer Strand. Eine luxuriöse Seebrücke mit Pavillon, mit einer Atmosphäre fast wie in einem Urlaubsresort auf den Malediven. Dazu ein Restaurant mit Blick auf den Hemmelsdorfer See, Dachterrasse für stimmungsvolle Feiern beim Sonnenuntergang inklusive.

Tagesgäste aus Hamburg steuern den Fischereihof im Timmendorfer Ortsteil Hemmelsdorf oft als erstes Ausflugsziel in Richtung Ostsee an. Der Traditionsbetrieb ist nach einem aufwendigen Neubau zwar ein kleines Schmuckstück in herrlicher Natur geworden, doch jetzt steht der Fortbestand auf dem Spiel: Der Betreiber des Fischereihofs ist in finanzielle Schieflage geraten. Nach einem Bericht der "Lübecker Nachrichten" ist über das Vermögen von Stefan Hogrefe, der die Anlage von der Gemeinde Timmendorfer Strand gepachtet hat, ein Insolvenzantragsverfahren gestellt worden. Dabei wird geprüft, ob ein Insolvenzverfahren eingeleitet wird oder nicht.

Neueröffnung im November 2015

Der Pächter hatte die Gastronomie mit Restaurant, Räucherei, Steg auf dem Wasser, Eiscafé sowie Räucherfisch- und Fischbrötchenverkauf im November 2015 eröffnet. Die Kosten für den Umbau waren zuvor von anfangs kalkulierten 2,7 Millionen Euro auf 4,3 Millionen Euro in die Höhe geschossen. Aber trotz der umfangreichen Investition behinderten nach Angaben des Pächters zahlreiche Mängel den Betrieb. Einige Fenster seien bis heute undicht, die laute Lüftungsanlage störe die Gäste und die wenigen Parkplätze kosteten Kunden, beklagt Hogrefe.

Der Betrieb solle bis zum 1. Januar 2018 geöffnet bleiben. Bis dahin prüfe der Insolvenzverwalter, ob die Firma sanierungsfähig ist, sagte Hogrefe den Lübecker Nachrichten. Von dem Resultat dieser Analyse hänge ab, ob ein Insolvenzverfahren eröffnet werde. Ist der Betrieb nicht sanierungsfähig, könnte die Gemeinde dem Pächter kündigen. Hogrefe kann sich allerdings vorstellen, einen Partner für das Projekt zu finden und sich dann erneut um die Pacht zu bewerben.