Mecklenburg-Vorpommern

Empörung über Auftritt von Elefant bei Verdi-Oper

Ein Elefant läuft bei der Medienprobe für die Oper "Aida" über die Bühne.

Ein Elefant läuft bei der Medienprobe für die Oper "Aida" über die Bühne.

Foto: dpa

Von Tierquälerei spricht die Rektorin der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Peta und Vier Pfoten protestieren.

Schwerin. Der Einsatz eines Elefanten bei den Schlossfestspielen in Schwerin hat bei der Rektorin der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Rostock, Susanne Winnacker, Empörung ausgelöst. "Tierquälerei zu Unterhaltungszwecken finde ich für ein Theater ethisch nicht haltbar, das ist ein Skandal", sagte Winnacker am Freitag. Sie habe deshalb die Karten für die Premiere der Oper "Aida" am Freitag zurückgegeben. Es sei auch nicht hinzunehmen, dass die Elefantendame an 23 Spieltagen auf einem Lastwagen aus dem rund 65 Kilometer entfernten Platschow in die Landeshauptstadt und wieder zurück transportiert wird.

130 Transportkilometer pro Aufführungstag

Auch die Tierrechtsorganisation Peta hatte vor Risiken für Besucher sowie vor dem Leid des Elefanten gewarnt. Eine Schweriner Tierschützerin plant eine Demonstration. Auch die Tierschutzstiftung Vier Pfoten kritisiert den Einsatz eines Elefanten bei der Aida-Oper in Schwerin. Vier Pfoten habe bereits im Vorfeld der am diesem Freitag startenden 23 Aufführungen auf dem Alten Garten gemeinsam mit anderen Verbänden die Stadt Schwerin sowie das Mecklenburgische Staatstheater dazu aufgefordert, auf die Nutzung des Tieres zu verzichten, teilte die Stiftung am Freitag in Hamburg mit. Es gebe ernsthafte Bedenken in Bezug auf Sicherheit und Tierschutz.

Der afrikanischen Elefantenkuh Mala würden pro Aufführungstag 130 Transportkilometer zugemutet, da sich die stationäre Elefantenanlage der Zirkusfamilie Frankello in Platschow befindet, rund 65 Kilometer vom Gastspielort entfernt, hieß es. Während der Transporte würden die Gelenke des schweren Tieres beim Abfedern der Fahrbewegungen besonders belastet. Außerdem sei Stress ein Auslöser für Unglücksfälle mit Elefanten, hieß es. Das Scheinwerferlicht, die Menschenmenge, lauter Applaus und die Trennung von ihren gewohnten Artgenossen würden bei Mala zu massivem Stress führen. Jedes Jahr würden in Deutschland zahlreiche Ausbrüche und "Spaziergänge" von Elefanten aus Zirkusbetrieben durch die Innenstädte bekannt.