Niedersachsen

Abschuss von Kurti: Strafanzeige gegen Umweltminister

Wolf Mt6 Kurti mit Begleitung

Wolf Mt6 Kurti mit Begleitung

Foto: KONSTANTIN KNORR

Nach der Tötung tobt in den sozialen Netzwerken eine hitzige Debatte. Partei stellt Strafanzeige gegen Umweltminister.

Hannover.  Nach dem Abschuss des Wolfes MT6 aus der Lüneburger Heide hat die Vorsitzende der Tierschutzpartei Ethia, Bettina Jung, Strafanzeige gegen den niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) gestellt. Es bestehe der Verdacht des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, sowie gegen das Bundesnaturschutzgesetz, sagte Jung am Sonnabend. Die Anzeige sei bei der Polizeiinspektion Harburg gestellt worden, die diese nun weiterleite.

Der von Fans in sozialen Netzwerken auch „Kurti“ genannte Wolf war am Mittwochabend bei Bad Fallingbostel erschossen worden. Weil er sich mehrmals Menschen bis auf kurze Entfernung genähert hatte und auch eine „Vergrämungsaktion“ im März ohne nachhaltige Wirkung blieb, hatte das niedersächsische Umweltministerium entschieden, das Tier töten zu lassen.

Das getötete Wildtier sei gesund gewesen und weder gebrechlich, krank oder alt, kritisierte Jung. Nichts sei darüber bekannt, dass der Wolf jemals einem Menschen gegenüber aggressiv aufgetreten sei. Ein vermeintlicher Angriff auf einen Hund habe abgewehrt werden können. Auch dass sich der Wolf dabei verscheuchen ließ, spreche dafür, dass er Menschen gegenüber nicht aggressiv sei.

Zudem habe der Sender des Wolfs zum Zeitpunkt des Zwischenfalls nicht bestimmt werden, unterstrich Jung. „Es muss eine lückenlose Dokumentation des Falles anhand der Senderdaten erfolgen“, forderte die Parteivorsitzende. Zudem stehe ein Tier mit Sender unter besonderer Kontrolle und ganz besonderem Schutz.

Die Partei Ethia mit Sitz in Hamburg will eigenen Angaben zufolgende „gravierende Veränderungen“ zum Nutzen einer lebenswerten Umwelt für Menschen und Tiere bewirken.