„Aktenzeichen XY Spezial“

75 neue Hinweise zum Fall des vermissten Lars Mittank

Das undatierte Privatfoto zeigt Lars Mittank aus Marne in Schleswig-Holstein

Das undatierte Privatfoto zeigt Lars Mittank aus Marne in Schleswig-Holstein

Foto: Privat / dpa

Der Schleswig-Holsteiner gilt seit einem Bulgarien-Urlaub im vergangenen Sommer als vermisst. Ärzte machen Angaben zu einem Medikament.

Itzehoe/Marne. Nach der Ausstrahlung der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst Spezial - Wo ist mein Kind?“ am Mittwochabend (5,02 Millionen Zuschauer/18,8 Prozent Marktanteil) sind 75 Hinweise zum Fall des verschwundenen Lars Mittank aus Marne eingegangen. Das sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Eine abschließende Bewertung der Hinweise stehe aber noch aus.

Einer Sprecherin der Sendung zufolge haben sich unter anderem Ärzte gemeldet und Angaben zu einem Medikament gemacht, das der am 8. Juli 2014 in Bulgarien verschwundene Mann genommen hatte. Der damals 28-Jährige war im Juli nach einem Urlaub offenbar in Panik vom Flughafen geflohen. Seitdem fehlt von ihm jede Spur. „Wie vom Erdboden verschluckt“, sagt Mutter Sandra.

Arzt riet zum Verschieben des Rückfluges

Die Faktenlage ist dünn. Lars Mittank war am 30. Juni mit ehemaligen Schulfreunden nach Bulgarien geflogen. Eine Woche Urlaub am „Goldstrand“ in Varna wollten die fünf machen. Kurz vor Urlaubsende wurde der Schleswig-Holsteiiner in eine Schlägerei verwickelt und am Ohr verletzt. Er konnte nicht mehr richtig hören.

Ein Arzt diagnostizierte einen Trommelfellriss und riet ihm, den Rückflug zu verschieben. Seine Freunde flogen ohne ihn zurück nach Deutschland, während Lars in ein Krankenhaus ging. Dort bekam er ein Medikament und suchte sich außerhalb des Stadtzentrums ein billiges Zimmer in einem einfachen Hotel.

Mutter erhielt ängstlichen Anruf

Offensicht hatte er Angst, denn mitten in der Nacht rief er seine Mutter an: „Lars sagte, mit dem Hotel stimme etwas nicht. Dann unterbrach er die Verbindung ohne weitere Erklärung“, erinnert sich Sandra Mittank. Kurz darauf ein zweiter Anruf: Er habe sich außerhalb des Hotels ein Versteck gesucht, sagte er seiner Mutter. Gegen sechs Uhr morgens dann die dritte Nachricht: „Lars sagte, er habe es bis zum Flughafen geschafft.“

Was danach passierte, haben zum großen Teil Überwachungskameras aufgezeichnet. Lars Mittank schlenderte ziellos durch den Check-in-Bereich, rief seine Mutter ein letztes Mal an und betrat gegen 9.30 Uhr das Behandlungszimmer des Flughafenarztes. Als ein Mann in Uniform eine halbe Stunde später ebenfalls das Behandlungszimmer betrat, rannte Lars panisch nach draußen. Mobiltelefon und Gepäck ließ er zurück. Er überquerte einen Parkplatz, kletterte über einen Zaun und verschwand in einem Feld mit Sonnenblumen. (dpa/HA)