Buxtehude

Die Kattau-Mühle ist nun ein Wohnhaus

Die sanierte Kattau-Mühle

Die sanierte Kattau-Mühle

Foto: Jan Iso Jürgens

Das historische Gebäude wurde saniert und umgebaut. Der Backsteinbau gehört zum prägenden Ensemble am Estehafen der Hansestadt.

Buxtehude.  Sie wurde um rund 30 Zentimeter angehoben, komplett saniert und ist wieder ein Glanzstück am Buxtehuder Hafen: Die Kattau-Mühle wird nun als modernes Wohn- und Geschäftshaus mit Leben gefüllt.

An das Gelingen dieses komplizierten Bauprojekts glaubten nur wenige, als 1982 erste Gespräche zur Sanierung des Industriedenkmals begannen. Selbst Bauexperten fürchteten, das langsam verfallende Wahrzeichen am Buxtehuder Hafen sei nicht zu retten.

Das wuchtige Backsteingebäude von 1914 gehört neben der Malerschule, erbaut 1901, und der ehemaligen Steingutfabrik von 1853, in der heute das Kulturforum ist, zum prägenden Ensemble am Estehafen der Hansestadt.

Die Kattau-Mühle an der schiffbaren Este wurde 1913/1914 vom Kaufmann und Senator Wilhelm Matthies als Dampfmühle mit Getreidesilo erbaut und in den 1920er-Jahren elektrifiziert. Mitte des vergangenen Jahrhunderts war sie unter anderem Lagerhaus und beherbergte von 1979 bis 2011 ein Möbelhaus.

Die Altländer Reederfamilien Hans Heinrich (verstorben 2013) und Claus Heinrich kauften die Kattau-Mühle 2011 und beauftragten die HBI Hausbau–Immobiliengesellschaft mit Sitz im Kreis Stade, das historische Gebäude an der Este zu sanieren und zu einem modernen Wohn- und Geschäftshaus umzubauen. Die HBI-Geschäftsführer Dierk Heins und Sven Geertz kooperierten für das komplizierte Vorhaben mit Spezialisten, um Vorgaben des Denkmalschutzes, der Statik, des Brandschutzes und der energetischen Sanierung zu erfüllen. Größte Herausforderung war eine komplett neue Tiefengründung der Mühle, die auf Holzpfählen stand, auf etwa 240 Stahlbetonpfählen im Torfboden. Das rund 1500 Tonnen schwere Gebäude wurde über fünf Tage mit 144 hydraulischen Spezialpressen sachte angehoben, um die stark geneigten Geschossebenen um bis zu 40 Zentimeter zu nivellieren.

Buxtehudes Stadtbaurat Michael Nyveld bezeichnete das Projekt als „Glücksfall der Baukultur“ und „Meisterleistung“, die in Zusammenarbeit mit dem Bauamt und dem Denkmalschutzamt realisiert wurden.

Die Investorenfamilien sowie die Geschäftsführer der HBI ließen die fünf Etagen der Kattau-Mühle zu einem Haus mit 14 Wohnungen und Geschäften umgestalten. Prägende Elemente des Industriedenkmals wie Ankerplatten an den Wänden, Balken, Stahlträger, alte Winschen oder Lasthaken geben dem Haus am Buxtehuder Hafen einen unverwechselbaren Charakter.