Hannover

Die IdeenExpo ist auf Wachstumskurs

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Ludger Fertmann
Ministerpräsident Stephan Weil

Ministerpräsident Stephan Weil

Foto: dpa

Die Ausstellung auf Hannovers Messegelände will junge Leute für Technik begeistern – und wird zum Erfolgsmodell.

Hannover.  Nach dem Machtwechsel bei der Landtagswahl im Januar 2013 hat die neue rot-grüne Landesregierung vieles ganz anders gemacht als die schwarz-gelben Vorgänger. Bei einem Projekt aber ist der sozialdemokratische Ministerpräsident Stephan Weil entschlossen, in die Fußstapfen seiner beiden christdemokratischen Vorgänger David McAllister und Christian Wulff getreten: Vom 4. bis 12. Juli findet die fünfte IdeenExpo in Hannover statt und erwartet noch mehr als die 342.000 jungen Besucher im Jahr 2013.

Die Technikausstellung für junge Menschen hat sich längst etabliert

Was der damalige Regierungschef Wulff vor acht Jahren begann, ist aktueller denn je: Die IdeenExpo auf dem größten deutschen Messegelände in Hannover ist der erklärte Versuch, Jugendliche und hier vor allem Mädchen für Technik und Naturwissenschaften zu begeistern. Und weil inzwischen die Wirtschaft begriffen hat, dass der Nachwuchs knapp wird, sind die Unternehmerverbände und die IHK Hannover neben dem Land die wichtigsten Gesellschafter der IdeenExpo GmbH. Auch die Liste der beteiligten Firmen ist lang und liest sich in Teilen wie der Kurszettel des DAX.

„Gäbe es sie nicht, dann müsste man sie erfinden“, formuliert Ministerpräsident Weil die Ausgangslage für die 5. IdeenExpo. Und Volker Schmidt, Aufsichtsratsvorsitzender der IdeenExpo und im Hauptberuf Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes NiedersachsenMetall, platzt fast vor Stolz: „Wir vergrößern die Ausstellungsfläche nochmals auf insgesamt 100.000 Qua­dratmeter.“

Auf der Fläche von dann gut zehn Fußballfeldern wird es laut Schmidt erneut vor allem um eines gehen: die Mitmachexponate. Der Slogan lautet in diesem Jahr „High Five mit der Zukunft“. Ein Höhepunkt soll ein „Wissenschaftstunnel“ sein, in dem die Megatrends des 21. Jahrhunderts abgebildet werden. Schmidt spricht gerne „vom größten Klassenzimmer der Welt“, es gibt über 600 Workshops, 500 Mitmachexponate, und die Zahl der beteiligten Firmen und Organisationen wächst um 15 Prozent auf 230.

Und die IdeenExpo ist vorverlegt auf den Juli, damit möglichst viele Schulklassen aus dem ganzen Bundesgebiet kommen können – ehe in den meisten Bundesländern die Schulferien beginnen. Rund die Hälfte der Besucher kam schon 2013 nicht aus Niedersachsen, derzeit gibt es eine bundesweite Roadshow – auf Deutsch: an 150 Stationen quer durch Deutschland wird für den Besuch der IdeenExpo geworben.

Für Unternehmen ist es eine Werbeplattform

Die Salzgitter AG präsentiert „Stahl als faszinierenden Werkstoff mit spannenden Anwendungsmöglichkeiten“. Aus dem benachbarten Wolfsburg ist natürlich der deutsche Industrie­goliath Volkswagen dabei, der zeigt, wie Autos entstehen, wenn es genug kluge junge Experten gibt, die mitmachen. „Wir stellen den kompletten Lebenszyklus des Autos dar“, erläutert Prof. Jürgen Leohold den Ansatz des größten deutschen und europäischen Autobauers.

Leohold leitet die Konzernforschung sowie die Autouni Wolfsburg und verspricht: „Wie immer ist für die Besucher bei Volkswagen alles zum Anfassen und Miterleben. Und damit die Kinder und Jugendlichen das nachvollziehen können, wird während der neuntägigen IdeenExpo mithilfe der jungen Besucher ein Auto – kaum zufällig: ein Golf – komplett gebaut.

Ministerpräsident Stephan Weil geht es vor allem darum, bei mehr jungen Menschen und hier vor allem Mädchen die Begeisterung für Berufe im Bereich der Naturwissenschaften und Technik zu entfachen: „Auf der IdeenExpo können die Unternehmen heute die Fachleute von morgen gewinnen“, sagt er. Und auf der IdeenExpo präsentieren sich eben nicht nur Unternehmen aus Niedersachsen. Dabei sind auch Konzerne wie ExxonMobil, die Telekom, Siemens oder die ZF Friedrichshafen AG als führender Anbieter von Antriebs- und Fahrwerktechnik. ZF zeigt, wie Getriebe funktionieren, wie man einen 40-Tonnen-Lastwagen einfach rückwärts einparkt und wie Technik verhindert, dass ein Auto aus der Kurve fliegt. Und natürlich gibt es für die Besucher auch moderne „Appetithappen“: Beacons – kleine Bluetooth-Sender, mit denen die Besucher zentrale Informationen über Berufe sofort auf ihr Handy laden können.

Vorgeschaltet war ein bundesweiter Wettbewerb mit 25 Siegerschulen, die auf der IdeenExpo ihre Technikprojekte präsentieren. Da ist der intelligente Campingtisch, der Unebenheiten im Boden ausgleicht, ebenso zu sehen wie eine Handyhülle aus recycelbarem Zeitungspapier.

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