ADFC-Ranking

Mecklenburg-Vorpommern will Lücken im Radwegenetz schließen

Das Land reagiert auf eine ADFC-Analyse, nachdem es im bundesweiten Ansehen der Radfahrer auf Platz vier gesunken ist. Der Rest des Nordens taucht in dem aktuellen Ranking gar nicht mehr auf.

Schwerin. Mecklenburg-Vorpommern arbeitet an seinem Ruf als radlerfreundliches Land. Nach Angaben von Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) stehen in diesem und im kommenden Jahr rund 28 Millionen Euro zum Bau von Radwegen an Bundes- und Landesstraßen bereit. Bis 2016 sollen die größten Lücken im Radwegenetz geschlossen sein.

Pegel will am Dienstag in Schwerin die Pläne dazu vorstellen. Dabei geht es nicht nur um touristisch wichtige Routen, sondern auch um Strecken, die etwa für den täglichen Weg zur Arbeit mit dem Rad wichtig sind.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) begrüßt die Bestrebungen des Landes, hält aber ein höheres Tempo für den Radwege-Ausbau für erforderlich: „Viele Menschen wollen häufiger weg vom Auto, mit dem Rad ins Büro fahren oder im Urlaub aktiv sein. Denen müssen wir doch den roten Teppich ausrollen und das Umsteigen so leicht wie möglich machen“, sagte der ADFC-Landesvorsitzende Steffen Burkhardt. .

Dazu zähle der Bau neuer Radwege und deren Pflege, aber auch die Integration des Fahrrades in den Alltagsverkehrs. Vor allem in den Innenstädten seien separate Radwege oft kaum realisierbar. „Eine Radspur auf der Straße und Tempolimits für Autos können da ein guter Kompromiss sein“, sagte Burkhardt. Radverkehr auf dem Gehweg sei auch wegen der zunehmenden Zahl von Pedelecs, Fahrrädern mit Elektro-Hilfsantrieb, keine Alternative. Burkhardt forderte das Verkehrsministerium auf, den ADFC stärker in die Radwegeplanungen einzubeziehen.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden den Angaben zufolge seit 1990 an Bundes- und Landesstraßen über 1700 Kilometer Radwege gebaut. Damit können Radfahrer auf 42 Prozent aller Bundesstraßen dem Autoverkehr aus dem Weg gehen und separate Wege nutzen. Bei den Landesstraßen sind es erst 26 Prozent.

Langfristig sollen laut Pegel an allen Straßen des Hauptnetzes, auf denen täglich mindestens 2500 Fahrzeuge unterwegs sind und bei denen es keine vernünftigen Alternativrouten für das Rad gibt, Radwege gebaut werden. Der oft schlechte Zustand von Radwegen hatte dazu geführt, dass der Nordosten in der Rangfolge der beliebtesten Radreiseregionen in Deutschland nach Platz zwei im Vorjahr auf Platz vier abgerutscht war.

Platz 1 in der aktuellen ADFC-Umfrage in der Kategorie „Beliebteste deutsche Radreisedestinationen“ belegt Bayern. Der Norden ist neben Mecklenburg-Vorpommern auf Platz 4 nur mit Niedersachsen auf dem letzten Platz des zwölfstufigen Rankings vertreten. Schleswig-Holstein ist über die Jahre im Ansehen der Radfahrer stetig gesunken. Belegte das nördlichste Bundesland 2012 noch Platz 7 und 2013 auf Platz 9 taucht es 2014 - wie Hamburg seit Jahren - gar nicht mehr auf.

Als wichtigstes Kriterium bei der Umfrage nach dem besten Radreiseziel nannten die Radfahrer den „Zustand von Straßen, Wegen und Trails.“