Asylbewerber

Piraten-Politiker will Wohnungsenteignungen auf Sylt

Um mehr Platz für Asylsuchende zu schaffen, schlägt ein Politiker der Piraten-Partei Zwangsenteignungen auf Sylt vor. Bis Ende des Jahres sollen 18 neue Asylbewerber auf der Insel unterkommen. Gegen die Pläne formiert sich wütender Protest.

Sylt. Bewohner der Ferieninsel Sylt sind in großer Aufregung: Ein Politiker der Piraten-Partei hat hinsichtlich des Platzmangels für Asylbewerber Zwangsenteignungen auf der Insel vorgeschlagen. Häuser sollen dem Vorschlag von Christian Thiessen zufolge enteignet und für die Asylsuchenden hergerichtet werden, wie die „BILD“-Zeitung berichtete. Tatsächlich gibt es auf Sylt, der Insel mit den höchsten Immobilienpreisen Deutschlands, zu wenig Wohnraum.

Dem stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde Sylt ist das Problem bekannt. „Es gibt derzeit keine geeigneten Unterkünfte“, so der 45-jährige Carsten Kerkamm von der CDU. „Wir haben ohnehin schon eine Warteliste von 800 Wohnungssuchenden.“ Viele der privaten Unterkünfte seien zudem durch Feriengäste belegt.

Im Internet macht sich bereits wütender Protest über den Vorschlag breit. „Ich verzichte auf die Mieteinnahmen, sollte jemand behördlicherseits auf die Idee kommen, diese Wohnung in Beschlag nehmen zu wollen, wäre sie innerhalb einer Stunde unbewohnbar“, zitiert die BILD-Zeitung einen Eigentümer.

Aktuell leben auf Sylt 26 Asylbewerber, bis Ende des Jahres sollen 18 weitere hinzukommen. Eigentümer, die ihre Wohnung oder ihr Haus für Asylbewerber vermieten möchten, können sich an die Gemeinde wenden. Pro Person zahlt sie 307 Euro im Monat.