Das Wetter probt den Frühling

Sonne lockt Menschen im Norden ans Wasser

Osterurlauber lieben Schleswig-Holstein. Hamburger die Alster. Trotz kalter Temperaturen bleiben sie auch in diesem Jahr dem rauen Norden treu. Groß und Klein trotzen dem kalten Frühling.

Kiel/St. Peter-Ording. Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein haben am Ostermontag viele Sonnenhungrige zu Spaziergängen ins Freie und an die Strände von Nord- und Ostsee gelockt. Die Cafés an der Alster waren brechend voll, in St. Peter-Ording waren die kostenlosen Strandkörbe ebenso wie in Büsum schon am Vormittag belegt. Auch in Timmendorfer Strand nutzten viele Menschen die Gelegenheit zu einem Sonnenbad im Strandkorb. Trotz winterlicher Temperaturen wurde es in den „Bräunungsöfen“ so warm, dass viele ihre dicken Daunenjacken und Pudelmützen auszogen. Unzufrieden waren eher die Eisverkäufer. Bei Temperaturen nur wenig über dem Gefrierpunkt verspürte kaum ein Spaziergänger Lust auf einen kühlen Eisbecher.

Aber nicht nur an den Küsten trieb das gute Wetter die Menschen ins Freie. So war beispielsweise auch der Wanderweg rund um die Hamburger Außenalster gut besucht. Und auch die ersten Wassersportler zog es mit ihren Kanus und Segelbooten auf die Alster. In der Kieler Bucht dümpelten am Montag die ersten Sportboote vor dem Strand von Laboe.

Anhaltendes Winterwetter hat die Besucherströme zu den traditionellen Osterfeuern im Norden in Grenzen gehalten. Bei den offiziell gemeldeten Feuern in Hamburg wurden nur rund 21 000 Besucher gezählt. Am Hamburger Elbstrand, wo sich in früheren Jahren oft Zehntausende tummelten, versammelten sich nach Angaben der Feuerwehr dieses Mal nur rund 5000. Es sei sehr ruhig gewesen, sagte ein Sprecher am Sonntag. Es habe 14 rettungsdienstliche Hilfeleistungen gegeben, vier Menschen wurden in Krankenhäuser gebracht. Auch in Schleswig-Holstein sprach die Polizei von einem ruhigen Verlauf.

Insgesamt wurden bei den offiziell angemeldeten Osterfeuern in Hamburg etwa 21 000 Besucher gezählt. Nennenswerte Zwischenfälle habe es nicht gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Teilweise habe es aber wohl Probleme beim Entzünden der Feuer gegeben, weil das Holz zu feucht geworden sei.

Die Besucher, die zu den Feuern kamen, kämpften mit Glühwein, heißem Kakao und mitgebrachtem Tee in Thermoskannen gegen die Kälte. So auch in Hamburg-Wohldorf, wo sich mehrere hundert Menschen bei eisigen Temperaturen und teilweise matschigem Untergrund am Feuer wärmten. „Das ist Osterfeuer mit Weihnachtsmarktflair“, scherzte ein freiwilliger Feuerwehrmann, der am Glühweinstand Getränke verkaufte. „Vorne bin ich schon fast durchgebraten, aber der Hintern ist kalt“, ergänzte der 51-jährige Matthias Norden aus dem benachbarten Stadtteil Duvenstedt, der sich ganz nah an das Feuer gestellt hatte, um der Kälte zu entgehen. Auch beim Osterfeuer auf dem Schüberg in Ammersbek im Kreis Stormarn waren Glühwein und Kakao bei dem Schietwetter die Renner.

Eine zufriedene Bilanz zogen unterdessen die Veranstalter des großen Ostereiersuchens auf der Nordseeinsel Pellworm. Rund 1500 Gäste, Tagesausflügler und Einheimische begaben sich am Sonnabend nicht nur auf die Suche nach 10 000 auf einer Wiese versteckten Ostereiern, sondern besuchten auch den Ostermarkt mit inseltypischem Kunsthandwerk.

Auch auf Föhr sah man über Ostern hauptsächlich zufriedene Gesichter. Mehr als tausend Gäste nutzten die Feiertage für eine kleine „Kreuzfahrt“: Sie reisten mit der Fähre zum Osterfeuer auf die Nordseeinsel. Gegen die Kälte halfen warme Klamotten, Glühwein und Live-Musik unter freiem Himmel, sagte Sandra Lessau von der Föhr Tourismus GmbH. An den beiden Ostertagen lud „bester Sonnenschein zum Entspannen im Strandkorb ein“, sagte sie. Da die Nordsee zum Baden viel zu kalt war, nutzen viele Urlaubsgäste das Schwimm- und Saunaangebot der nordfriesischen Insel.