Bremerhaven

Deutsche Fischer wollen in der Antarktis Krill fischen

Im Jahr 2013 testen Fischer, ob sich Krill-Fang lohnt. Heftige Kritik von Umweltschützern: Krill ist Nahrung für Wale, Robben und Pinguine.

Bremerhaven. Deutsche Fischer wollen in der Antarktis Krill fangen. Im kommenden Jahr sei eine Versuchsfangfahrt geplant, sagte ein Sprecher der Bremerhavener Doggerbank Seefischerei am Donnerstag. Das Unternehmen wolle testen, ob sich ein Fang der kleinen Krebstiere lohne. Interesse bestehe vor allem an den im Krill enthaltenen Omega-3-Fettsäuren. Diese würden sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirken und könnten Nahrungsmitteln zugesetzt werden.

Die Doggerbank-Gruppe besteht nach eigenen Angaben aus dem Mutterunternehmen, der Doggerbank-Seefischerei GmbH mit Sitz in Bremerhaven, Tochterreedereien mit Sitz in Rostock und der Euro-Baltic Fisch Verarbeitungs GmbH auf Rügen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert das Vorhaben heftig. „Das wäre verheerend“, sagte Meeresbiologe Thilo Maack. Krill sei eine wichtige Nahrungsgrundlage für Wale, Robben und Pinguine. Weil die europäischen Gewässer überfischt seien, würden Fischerei-Unternehmen wie Doggerbank auf andere Gebiete ausweichen. „Sie waren vor kurzem vor Afrika aktiv und fahren jetzt in die Antarktis. Das muss unbedingt verhindert werden.“

Die Antarktis-Schutzorganisation CCAMLR mit Sitz in Australien habe den Antrag der Doggerbank Seefischerei für die Fangsaison 2012/13 angenommen, sagte der Sprecher des Unternehmens. Auch Polen, Norwegen, China, Japan, Korea, Chile und die Ukraine hätten Anträge auf Krill-Fischerei gestellt. Deutsche Wissenschaftler sollen das Doggerbank-Schiff „Maartje Theadora“ begleiten, um den Krill-Bestand und seine Bedeutung im Ökosystem weiter zu erforschen.