DOSSIER

Gorleben - die Politik und der Atommüll

Foto: Ingo Röhrbein

Die Suche nach einem Endlager ist dauerhaft aktuell. Auch wenn die Laufzeiten der deutschen Atommeiler begrenzt sind, müssen die alten Brennstäbe irgendwann engelagert werden.

Hamburg. Seit Jahren suchen verschiedene Bundesregierungen nach einem Endlager für Atommüll. Im niedersächsischen Gorleben werden derzeit oberirdisch die sogenannten Castor-Behälter in einem Zwischenlager aufbewahrt. Hier sollen sie lagern, bis eine sichere Langzeitlösung unter Tage gefunden worden ist. Die Demonstrationen gegen die Transporte sind inzwischen Teil der politischen Kultur in Deutschland geworden.

Dabei hat es auch immer wieder heftige Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten gegeben, während die Politik zwar den Atomausstieg beschlossen, eine Endlager-Lösung aber nicht gefunden hat. Die schwarz-gelbe Bundesregierung will die Laufzeiten für die Atommeiler anscheinend verlängern.

Unterdessen gibt es Befürchtungen, dass die Sicherheitsanforderungen im geplanten Atommülllager Gorleben laxer werden könnten. Nach den geltenden Regeln sollte der Strahlenmüll auch nach 500 Jahren noch geborgen werden können. Diese Regel soll entfallen, berichtet die ARD. Weiterhin stellen Geologen nun die Sicherheit der Endlagerstätte in Frage. Durch die zu Beginn der Einlagerung bis zu 400 Grad heißen Atommüllcontainer erwärme sich das Gas in dem Salzgestein, die Wärme erzeuge eine Ausdehung und könne damit Risse im Gestein hervorrufen. Keine guten Voraussetzungen für eine Endlagerstätte, die den gefährlichsten Müll der Welt bergen soll.

Der letzte Castor-Transport im November 2010 war der bislang langwierigste. 92 Stunden benötigten die Castoren von ihrem Startpunkt La Hague bis ins Zwischenlager Gorleben. Zehntausende Demonstranten blockierten Straßen und Schienen und taten so ihren Protest gegen die Atompolitik der Bundesregierung kund.

abendblatt.de hat die wichtigsten Hintergründe zur Diskussion um das Endlager Gorleben sowie die Atomkraft in Deutschland zusammengestellt. Dabei spielen auch die Zwischenfälle in der Asse sowie in den Kraftwerken Krümmel und Brunsbüttel eine Rolle.