Universität Osnabrück

Weiterbildung für Imame in Osnabrück gestartet

Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan bezeichnete das Modellprojekt als "Pionierarbeit". Die einjährige Weiterbildung startete am Montag.

Osnabrück. Eine Weiterbildung für Imame ist am Montag an der Universität Osnabrück gestartet. Als „Pionierarbeit“ bezeichnete Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) das Modellprojekt, an dem 26 Männer und 4 Frauen zwei Semester lang teilnehmen. Imame haben nach Angaben der Universität in den muslimischen Gemeinden nicht nur für die religiöse Erziehung eine wichtige Funktion, sondern auch für die Orientierung im Lebensalltag. Vor diesem Hintergrund könnten Imame auch „ein Motor für den Integrationsprozess sein“, betonte Özkan.

+++ Integrationsprojekt: Imame sollen Deutschland kennenlernen +++

Dafür seien Imame notwendig, die „auf die Gesellschaft und die Strukturen in Deutschland ausgerichtet sind“, sagte Bülent Ucar, Professor für islamische Religionswissenschaft. „Gerade die dritte Generation muslimischer Migranten wünscht sich beim Lösen von Alltagsproblemen Imame, die selbst in Deutschland sozialisiert sind.“ Özkan hob hervor: „Wo Moscheen transparent sind, kann Vertrauen entstehen.“

Die einjährige Fortbildung beinhaltet nicht nur Sprachkurse, sondern vermittelt auch Wissen über Geschichte, Politik, Recht und Gesellschaft. Hinzu kommen pädagogische Kenntnisse für die Jugend- und Gemeindearbeit sowie den Dialog zwischen den Religionen. Die Teilnahme ist kostenlos. Finanziert wird das Programm mit 300 000 Euro vom niedersächsischen Sozialministerium und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Der Wissenschaftsrat hatte empfohlen, Imame und islamische Religionslehrer an deutschen Universitäten auszubilden.

Das Angebot ist nicht unumstritten. So haben sich bislang Vertreter sämtlicher muslimischer Moscheengemeinden Deutschlands eingeschrieben – mit Ausnahme der türkisch-islamischen Ditib-Gemeinde. Sie entsendet eigene Imame aus der Türkei nach Deutschland. Diese arbeiten dort maximal vier Jahre in den Gemeinden.