Airport Hamburg

Flughafen-Chef in Hannover: Körperscanner überflüssig

Der Sicherheitsgewinn bei Körperscannern sei marginal, sagte Raoul Hille. Explosivstoffe in Plastikfolien könnten nur schwer entdeckt werden.

Hannover. Der Test von Körperscannern auf dem Hamburger Flughafen stößt bei dem Geschäftsführer des hannoverschen Flughafens auf Bedenken. „Ich bin dem Körperscanner gegenüber sehr zurückhaltend eingestellt“, sagte Raoul Hille am Dienstag. Der Sicherheitsgewinn sei marginal, die Kosten seien zu hoch, und das Gesundheitsrisiko für Vielflieger und Flughafen-Mitarbeiter sei unklar. Der Körper werde sogenannten Terahertzstrahlen ausgesetzt, sagte Hille. „Die Strahlung dringt einige Millimeter in die Haut ein. Die Eindringtiefe genügt, um Zellen der Haut und den peripheren Blutkreislauf zu erreichen.“ Da es keine Langzeitstudien gebe, sei der Einsatz der Nacktscanner „sehr bedenklich“.

Ob die Körperscanner die gewünschte Sicherheit erbringen können, sei fraglich. „Man kann zwar gut Keramik und Metall darstellen, aber Explosivstoffe, die in Plastikfolien transportiert werden, sind nur sehr schwer zu entdecken, da sie von der Technik nur schwer detektiert werden“, sagte Hille. Er stehe der Technik „höchst distanziert“ gegenüber. Zwar könnten am Körper verborgene Waffen aufgespürt werden. Aber die Menge, die an Sprengstoff nötig sei, um in einem Flugzeug Schaden anzurichten, könne problemlos in Körperhöhlen transportiert werden, meinte Hille.

„Soll ich 50 Urologen und Gynäkologen einstellen, bis sich diese Erkenntnisse bei den handelnden Politikern durchgesetzt hat“, sagte der 49-Jährige. Außerdem seien die Kosten für die Anschaffung der Geräte mit 150.000 Euro zu hoch. Auch der Kontrollprozess werde langsamer werden, meinte Hille. „Man rechnet mit 50 Prozent Verlangsamung der Kontrollgeschwindigkeit gegenüber der normalen Geschwindigkeit.“