Techno-Party in Ducherow

Amt und Polizei lösen spontane Flashmob-Party auf

Die Polizei hat eine spontane internationale Techno-Party mit rund 2000 Teilnehmern aufgelöst. Der Flashmob ging über zwei Tage.

Ducherow. Eine spontane internationale Techno-Party mit rund 2000 Teilnehmern hat drei Tage lang Ordnungskräfte und Polizei in Vorpommern beschäftigt. Die Techno-Fans aus mehreren Ländern, darunter Italien, Holland, Irland, Dänemark und Deutschland, hatten ihre Party über einen sogenannten Flashmob - per Internet - blitzartig in die Region Ducherow verlegt. Dort versammelten sich die Freaks in der Nacht zu Sonnabend trotz höchster Waldbrandgefahr auf einer abseits gelegenen Waldwiese, bauten Bühnen auf, zelteten und tanzten. Die Polizei beschränkte sich zunächst auf Kontrollen und nahm Anzeigen auf. „Das war in höchstem Maße unverantwortlich“, sagte der Ordnungsamtsleiter Anklam-Land, Hermann Heidschmidt, am Montag.

Er bestand darauf, dass die Veranstaltung zwischen Leopoldshagen und Ducherow schnellstens aufgelöst werde. Anwohner hatten sich unter anderem über Lärm beschwert. „Einige fanden es aber auch gut, dass junge Leute ganz friedlich und ausgelassen einfach nur feierten“, sagte eine Polizeisprecherin. „Wir sind hier nicht in Woodstock“, meinte dagegen Heidschmidt. Die Party war ursprünglich bei Cottbus in Brandenburg geplant.

Das Ordnungsamt hatte schon am Sonnabendvormittag ein Verbot erlassen. Dessen Umsetzung bereitete der Polizei aber Probleme. Rund 70 Beamte waren im Einsatz. „Es gab keinen wirklich zuständigen Gesamtveranstalter“, hieß es. Dies sei vielleicht auch so gewollt gewesen. Im Laufe des Montags war ein Teil der Techno-Fans abgereist, rund 500 waren laut Polizei am Nachmittag noch auf dem Gelände am Wald. Die Polizei beobachtete die Lage und kontrollierte weiter auf Drogenbesitz und Fahrtüchtigkeit, hieß es.

„Es gab etliche Bühnen, mehrere Stromaggregate und jeder war sein eigener Veranstalter“, schilderte Heidschmidt die Lage. „Wenn wir gewusst hätten, auf welchen Internetseiten sich solche Leute verabreden, wären wir eher eingeschritten.“ Ob dem Landwirt, dem die Wiese gehört, Schäden entstanden, sei noch nicht geklärt.