Germany's Next Topmodel

Luisa aus Leer auf dem Weg zur Modelkarriere

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abendblatt.de

Die 17-jährige Ostfriesin Luisa Hartema zählt zu Heidi Klums Favoritinnen und begeistert die TV-Zuschauer: Zielkurs "Finale"?

Jheringsfehn. Vom niedersächsischen Cloppenburg bis nach Jheringsfehn, einer 2000-Seelen-Gemeinde in Ostfriesland, sind es nicht einmal 70 Kilometer. Doch die beiden norddeutschen Orte teilen nicht nur ihre geografische Lage - sie sind auch Heimat zweier ganz besonders gutaussehender Damen.

Aus Cloppenburg stammt Lena Gercke, Gewinnerin der ersten Staffel von Germany’s Next Topmodel. Aus Jheringsfehn bei Leer in der Gemeinde Moormerland kommt Luisa Hartema, Anwärterin auf den Titel der aktuellen siebten Staffel.

Die 17-Jährige hat zuletzt ordentlich abgeräumt in der Modelshow von Heidi Klum. Nach der achten Folge, die vergangenen Donnerstag ausgestrahlt wurde, wird sie als heiße Final-Kandidatin gehandelt.

Dabei steht die 1,78 Meter große, blonde Berufsschülerin gar nicht gern im Rampenlicht. "Ich bin sehr zurückhaltend“, sagt sie über sich selbst. Mehr als der Hälfte der Zuschauer gilt sie dennoch als Favoritin.

+++ Wenn Models Models suchen +++

An diesem Donnerstagabend hat sie in der neunten Folge der Modelsendung erneut die Chance, ihre Vorreiterrolle zu verteidigen: Die noch verbliebenen zwölf Mädchen müssen für ein abenteuerliches Extrem-Shooting wie Stuntfrauen aus einem brennenden Haus springen, sich in Dessous und mit Luftballon-Schleppe auf einem Catwalk à la Victoria’s Secret beweisen und auf einer Modenschau in Mexiko eine gute Figur machen. Für Luisa schätzt das Feuer-Shooting als schwierige Herausforderung ein: „Das ist echt hart. Ich hoffe, dass ich nicht schreien muss vor der Kamera. Dann ist alles verloren.“

Dass die Ostfriesin auch die neuen Aufgaben meistern wird, ist sich Herwig Knocke sicher. Der Lehrer an der Fachoberschule für Gestaltung in Leer unterrichtet Luisa zweimal pro der Woche. Schon jetzt habe sie während ihrer Zeit bei der Modelshow viel dazu gelernt. Die eher schüchterne Elftklässlerin könne sich mittlerweile sehr gut verkaufen, sagte er der regionalen Presse.

Die Selbstinszenierung vor der Linse der Modefotografen ist auch nach Luisas eigenen Aussagen ihre liebste Modeltätigkeit: "Ich habe großen Spaß daran, mich fotografieren zu lassen“, sagte sie bereits zum Auftakt der neuen Staffel. Deshalb freute sie sich vor allem auf die anstehenden Shootings.

Auch auf die anderen Mädchen im Wettbewerb war die Norddeutsche zu Beginn gespannt. „Ich bin ein sehr freundlicher Mensch und komme mit ihnen gut klar“, sagte sie. Diese Einschätzung dürfte sich nach der vergangenen Episode allerdings geändert haben: Unter den Topmodel-Anwärterinnen herrschte Zickenkrieg. Der Druck bei einer Castingshow, bei der jede Woche ein Mädchen gehen muss, ist groß. Erfolge werden so schnell zum Neidfaktor werden.

Opfer der Anfeindungen war vor allem Luisa, die die anderen Mädchen wiederholt in den Schatten gestellt hatte. Die Liste der Erfolge der jungen Ostfriesin ist tatsächlich lang: Während der "New York Fashion Week“ wurde sie für den Laufsteg gebucht, sie konnte sich mehrere Foto Shootings angeln und begleitete Heidi Klum durch das Blitzlichtgewitter auf einem Roten Teppich. Jüngst gelang es ihr sogar, ein Shooting für eine achtseitige Fotostrecke in der Modezeitschrift "Cosmopolitan" an Land zu ziehen.

+++ Zickenkrieg bei den "Topmodels" - Alle gegen Luisa +++

"Dass man mich dafür bestraft, dass ich so viel gewinne, finde ich krass“, kommentierte Luisa die Anfeindungen. Doch es dürfte nicht einfacher für sie werden: Kürzlich tauchten im Internet Paparazzi-Bilder von einem Foto Shooting auf, bei dem das norddeutsche Nachwuchsmodel an einem Strand posiert. Auf den Bildern trägt sie ein zartes rosafarbenes Kleid, und es sieht sehr danach aus, als werde sie für die Gillette-Venus-Kampagne fotografiert.

Die Bilder fachten die Gerüchteküche um eine mögliche Finalteilnahme der Ostfriesin erneut an, denn in den letzten drei Staffeln gewannen die Gillette-Mädchen jeweils die Casting-Show (Sara Nuru 2009, Alisar Ailabouni 2010, Jana Beller 2011). Dass Luisa Hartema sich zumindest einen Platz unter den besten Fünf sichern kann, wird immer wahrscheinlicher.

"Es ist toll, dass jemand vom Fehn die große Welt erobert", sagte Marion Feldkamp, Verkäuferin einer Bäckerei in Jheringsfehn, jüngst der Ostfriesenzeitung. Anton Lücht, Bürgermeister der Gemeinde Moormerland, zu der Jheringsfehn gehört, freute sich über die Aufmerksamkeit, die durch Luisas Erfolg auch auf ihre und seine Heimatgemeinde abstrahlt. Er hob vor allem Luisas Bodenständigkeit hervor: "Das kommt gut an." (sap, mb)

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