Flughafen Parchim

Chinesischer Käufer bleibt Rate schuldig

Die LinkGlobal-Gruppe könne derzeit das Geld nicht aufbringen und bitte um Aufschub. Der Airport soll eine Luftfracht-Drehscheibe werden.

Parchim. Die chinesische LinkGlobal-Grupppe bleibt für den Flughafen Parchim weiter die letzte Kaufpreis-Rate in Höhe von 17,75 Millionen Euro schuldig. Die Frist für die Überweisung an den Landkreis Parchim endete am Sonntag, wie Landrat Klaus-Jürgen Iredi (SPD) am Montag mitteilte. Die LinkGlobal-Gruppe könne derzeit das Geld nicht aufbringen und bitte um abermaligen Aufschub. Erst im Dezember war dem chinesischen Unternehmen ein Zahlungsaufschub für zwei Monate bis zum 14. Februar gewährt worden. LinkGlobal hatte den früheren Militär-Airport im Frühjahr 2007 vom Landkreis erworben und will ihn zu einer Drehscheibe für Luftfracht ausbauen.

Der gesamte Kaufpreis für den Flughafen mit einer drei Kilometer langen Start- und Landebahn sowie 24-Stunden-Betriebsgenehmigung beträgt 30 Millionen Euro. Davon sind 12,25 Millionen bereits eingegangen, jedoch hatte es auch dabei Verzögerungen gegeben. Schließlich hatte LinkGlobal mit Hilfe der australischen Immobilienfirma Goodman das Geld aufgebracht. LinkGlobal betreibt den Flughafen Parchim mit rund 30 Mitarbeitern.

Landrat Iredi zeigte sich am Montag bereit, dem Unternehmen erneut entgegenzukommen. Denkbar wären eine zeitlich befristete Aussetzung der Zahlung sowie die Vereinbarung von Ratenzahlungen, erklärte er. „Das würde jedoch unweigerlich zu einer Änderung des Kaufvertrages führen, über die der Kreistag Parchim zu entscheiden hat.“ Noch am Montag sollten Gespräche dazu beginnen. „Ein Votum in diese Richtung würde der Investorengruppe ein gewisses Maß an Sicherheit für weitere Vorhaben geben, welche LinkGlobal aus eigener Kraft kurzfristig am Flughafen umsetzen will“, warb Iredi um Zustimmung für sein Vorhaben. Dringend nötige Investitionen betreffen unter anderem einen neuen Tower.

Angela Preuß von der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin unterstützte Iredi. „Eine schwierige wirtschaftliche Lage erfordert auch schwierige Entscheidungen“, sagte die Geschäftsbereichsleiterin Standortpolitik der dpa. Sie habe den Präsidenten von LinkGlobal, Jonathan Pang, als sehr ambitionierten Unternehmer kennengelernt und hoffe, dass er die Lage in den Griff bekomme. Die weltweite Wirtschaftskrise 2009 habe dies nicht gerade erleichtert.

Die Fraktionsvorsitzende der CDU – der größten Fraktion – im Kreistag von Parchim, Karin Strenz, zeigte sich irritiert über die Aussage von LinkGlobal, dass man derzeit nicht zahlen könne. Pang habe im Dezember erklärt, er bekomme den restlichen Kaufpreis finanziert. „Darauf hatte ich vertraut“, sagte Strenz. Am wichtigsten sei jedoch, dass geflogen werde und die Mitarbeiter in Lohn und Brot stünden. Das sei der Fall. Sie schätze, mit welchem Engagement und Stehvermögen Pang den Flughafen betreibe und auch Frachtflüge hereinhole. Der Vorsitzende der zweitgrößten Kreistagsfraktion, Wolfgang von Rechenberg (SPD), erklärte, man dürfe jetzt nicht die Nerven verlieren.

Iredi zufolge wurden im vergangenen Jahr in Parchim knapp 2000 Tonnen Luftfracht abgefertigt. China Southern Airlines fliege Parchim zweimal wöchentlich von Shanghai aus an. Etihad Airlines bringe einmal pro Woche Fracht aus China. Ab März werde eine weitere Fluggesellschaft den Linienbetrieb nach Parchim aufnehmen, habe Pang bei seinem jüngsten Aufenthalt in Parchim signalisiert. Zudem sei ein Kooperationsvertrag mit einer taiwanesischen Airline unterzeichnet worden.