Studenten wollen Gebühr boykottieren

Neues vom Campus

Studenten der Hamburger Uni machen gegen den seit diesem Semester erhobenen Verwaltungsbeitrag von 50 Euro mobil. "Das sind Studiengebühren. Auch sie tragen dazu bei, die Bildungskosten zu privatisieren und Bildung zur Ware zu machen", sagt Till Petersen, Referent der Fachschaftsrätekonferenz.

Dieses Gremium hat jetzt die Uni-Studierenden aufgerufen, "die Verwaltungsgebühr für das nächste Semester zu boykottieren". Denn die Abgabe sei Wegbereiter der allgemeinen Studiengebühren.

In dem Aufruf zum Boykott (www.gebuehrenboykott.de) setzen die Studentenvertreter auf die "kollektive Verweigerung als politisches Kampfmittel". Die Studenten sollen ihren Semesterbeitrag ohne diese 50 Euro überweisen, wenn sie sich fürs Sommersemester zurückmelden. Die 50 Euro sollen statt dessen auf ein Treuhandkonto des Vereins "Gebührenfreiheit" eingezahlt werden. Das Konzept der Fachschaftsvertreter: Wenn ein Drittel der Studenten, etwa 13 000, diesem Aufruf folgen, "werde es dem Senat unmöglich, einer so hohen Zahl von Studierenden die Rückmeldung zu verweigern".

Werde bis zum Stichtag, dem 27. März 2006, also fünf Werktage vor Ende der Rückmeldefrist, diese Quote nicht erreicht, "werden die Gebühren zum Ende der Rückmeldefrist unter Angabe der Matrikelnummern an die Uni überwiesen und alle sind immatrikuliert", versprechen die Organisatoren. Wenn sich allerdings ein Drittel der Studenten beteiligen, "so wird der Boykott durchgeführt und der Senat zum Verzicht auf die Gebühren gezwungen", heißt es in dem Aufruf.

In diesem Fall würden die Gebühren aus dem Treuhandkonto nicht an die Uni überwiesen, sondern gingen zurück an alle Beteiligten. Die Organisatoren: "Wir haben also nichts zu verlieren. Solidarität ist eine Waffe."

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