Nach Einsteins Tod Dokumente vernichtet - Angst vor Schattenseiten

Auch ein halbes Jahrhundert nach dem Tod des Popstars der Physik, Albert Einstein, gibt der Mensch Einstein immer noch Rätsel auf. Denn seine beiden zwei Nachlaßverwalter, sein Freund Otto Nathan und die Sekretärin Helene Dukas, prüften kurz nach seinem Tod in Einsteins Haus sowie in seinem Labor am Institute for Advanced Studies (IAS) alle Briefe und Dokumente und vernichteten, was in ihren Augen das Ansehen des Genies posthum beflecken könnte. Erhalten blieben Einsteins umwälzende Erkenntnisse, sowie ein Teil seiner Korrespondenz und der schriftliche Gedankenaustausch mit Kollegen und Freunden.

Als Schwiegertochter Frieda einen Stapel früher Liebesbriefe entdeckt und als Buch herausgeben will, verhindern Einsteins Nachlaßverwalter dies per Gerichtsurteil. In anderen Prozessen unterliegen die beiden hingegen und müssen hinnehmen, daß nach und nach auch Schattenseiten des Jahrhundertgenies ans Licht kommen. Die Einstein-Detektive stoßen auf brisante Details eines bewegten Liebeslebens: So hatte Einstein neben den beiden ehelich geborenen Söhnen Hans Albert und Eduard auch eine Tochter von seiner späteren Frau Mileva. Lieserl starb früh oder wurde - auf Einsteins Wunsch - zur Adoption freigegeben. Niemand weiß das bis heute genau. Auch über weitere Kinder wird gemunkelt. Nicht nur Einsteins Theorien geben 50 Jahre nach seinem Tod Anlaß zu Spekulationen.

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