Moleküle für Hamburg

Forschung: "Blankenese Conference" tagt im 25. Jahr.

Hamburg war zu Beginn der 70er-Jahre ein weißer Fleck auf der molekularbiologischen Landkarte. Das hat sich inzwischen geändert. "Um das Thema Molekularbiologie in Hamburg voranzubringen, haben wir unter anderem die ,Blankenese Conferences' ins Leben gerufen. Wir wollten zeigen, was alles in der Molekularbiologie los ist", sagt Prof. Dietmar Richter. Der Direktor des Instituts für Zellbiochemie und klinische Neurobiologie am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) ist der Motor dieser Konferenz, die vom 16. bis zum 20. Mai zum 24. Mal im Elsa-Brändström-Haus stattfindet und zu den hochkarätigen wissenschaftlichen Treffen zählt. "1989 musste die Veranstaltung einmal wegen Geldmangel ausfallen", erläutert sein Mitstreiter, Prof. em. Gebhard Koch, der den Aufbaustudiengang Molekularbiologie an der Uni Hamburg 1982 auf den Weg brachte.

"Unser Ziel war und ist, dass Studierende, Doktoranden und Postdocs aus Biologie, Medizin, Chemie, ja auch aus der Informatik mehr über die neuesten molekularbiologischen Forschungen aus berufenen Munde erfahren, über den Tellerrand ihres Spezialgebietes hinausblicken und Kontakte zu namhaften Forschern knüpfen können", sagt Prof. Richter. "Die Tagung hat mit bis zu 120 Teilnehmern genau die Größe, damit intensiv diskutiert werden kann und persönliche Bekanntschaften möglich sind", ergänzt Prof. Koch. Der Erfolg gibt ihnen Recht: Die "Blankenese Conferences" waren für viele Doktoranden das Sprungbrett, um einen der begehrten Postdoc-Plätze im Ausland zu ergattern.

Auch auf dieser Fachtagung, die unter dem Titel "From Genes to Therapy" steht, halten 51 Forscher aus den USA, Japan, Australien, Österreich, Frankreich, Großbritannien, Italien, Israel und der Schweiz Vorträge - unter ihnen sind der Max-Planck-Präsident und Stammzellenforscher Peter Gruss (Göttingen) sowie mit Günter Blobel (New York) und Mike Bishop (San Francisco) dieses Mal gleich zwei Nobelpreisträger. Es gäbe bereits einen harten Kern von Vortragenden, die immer wieder zu den Tagungen kämen. Zu ihnen zählten Baldomero Olivera aus Salt Lake City, der das Gift spezieller Schnecken erforscht, der Neuroforscher Heinrich Betz aus Frankfurt, der Alzheimerspezialist Konrad Beyreuther aus Heidelberg, der Humangenetiker Manfred Schweiger aus Berlin, der Klonexperte Peter Seeburg aus Heidelberg und der Tumorforscher Axel Ullrich aus München.

Die kommenden vier Konferenzen haben die beiden Forscher schon geplant. Dann geht es um Rezeptoren, die Kommunikation in und zwischen Zellen und den Transport genetischer Information in Nervenzellen.

Die Konferenz im Internet : www.uke.uni-hamburg.de/Institutes/IZKN/blankenese_conferences/

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.