Oldenburg

Mikroplastik im Salz – eine Gefahr?

Forscher finden Partikel im Fleur de Sel. Auch in Kosmetika werden sie verwendet

Oldenburg. Nach Muscheln, Krebsen und Fischen haben Forscher nun auch Plastikpartikel im Speisesalz nachgewiesen. Dabei fanden die Wissenschaftler der Universität Oldenburg im handgeschöpften Fleur de Sel deutlich höhere Werte des Mikroplastiks als im klassischen Meersalz. Ob Mikroplastik in Lebensmitteln eine Gefahr für Verbraucher darstellt, ist noch unklar. Es gebe noch zu viele Datenlücken, um eine Risikobewertung vorzunehmen, sagte Matthias Gehling vom Bundesinstitut für Risikobewertung.

Nach Einschätzung der Oldenburger Forscher sind die im Fleur de Sel gefundenen Mengen Mikroplastik zum gegenwärtigen Wissensstand für den Menschen gesundheitlich nicht bedenklich. Allerdings können Kläranlagen Partikel oft nicht aus dem Abwasser filtern, so gelangen sie in Flüsse und Meere – und in die darin lebenden Tiere. Mit zum Teil verheerenden Folgen.

Nicht nur in vielen Lebensmitteln, auch in Kosmetika kommt Mikroplastik vor. Die winzigen Plastikteile in Peelings und Duschgels sollen helfen, alte Hautschüppchen zu entfernen. Sie dienen als Füllstoff und Bindemittel in Make-up sowie als Filmbildner in Shampoos und Spülungen.

Wer auf Mikroplastik in Kosmetika verzichten will, kann auf die Inhaltsliste gucken, erklärt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Hier die Stoffe mit ihrer chemischen Bezeichnung: Polyethylen oder PE, Polypropylen (PP), Polyethylenterephthalat (PET), Nylon-12, Nylon-6, Polyurethan (PUR), Acrylates Copolymer (AC), Acrylates Crosspolymer (ACS), Polyacrylat (PA), Polymethylmethacrylat (PMMA) und Polystyrol (PS).

Die Reihenfolge der gelisteten Inhaltsstoffe auf der Verpackung spiegelt die Konzentration im Produkt wieder. Was oben steht, hat also die höchste Konzentration. Alternativ sollte man im Geschäft nachfragen oder sich direkt an den Produzenten wenden.

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