Johannesburg

Mobiles Labor soll Artenschutz in Afrika vereinfachen

Johannesburg. Der illegale Handel mit exotischen Pflanzen und Tierteilen boomt – auch weil den Behörden effiziente Hilfsmittel fehlen. Das Projekt International Barcode of Life (iBol) hat deshalb das tragbare DNA-Analysetool Lab-in-a-box (Labor in der Schachtel) entwickelt. Es wurde am Montag im südafrikanischen Krüger-Nationalpark vorgestellt. An Flughäfen und Grenzübergängen soll auch unerfahrenes Personal damit Proben von verdächtigen Objekten nehmen können und – statt diese für mehrere Tage in ein Labor zu senden – innerhalb weniger Stunden erfahren, ob es sich um eine gefährdete Art handelt, deren Ausfuhr verboten ist.

iBol ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern aus 25 Nationen, die es sich zum Ziel gemacht haben, genetische Profile von allen bekannten Tier- und Pflanzenarten zu erstellen. Das soll zur Sicherung der Biodiversität beitragen und es einfacher machen, neu entdeckte Arten zu erfassen. Die so geschaffene Datenbank „Barcode of Life“ ist das Kernstück des Lab-in-a-box. Die hier hinterlegten DNA-Profile von in Südafrika heimischen Arten werden von dem System mit den gesammelten Proben von Tieren und Pflanzen abgeglichen. Handelt es sich beispielsweise um aus Elefantenstoßzähnen geschnitzte Figuren, können diese sofort beschlagnahmt werden. Die Entwicklung des mobilen Labors wurde von der Universität Johannesburg und dem südafrikanischen Umweltministerium unterstützt.