Paris

Esa entscheidet in Kürze über nächsten deutschen Astronauten

Paris. Die Europäische Weltraumorganisation (Esa) will in Kürze bekannt geben, welchen Deutschen sie im Jahr 2018 ins All schicken wird. „Wir brauchen noch einige Tage und Wochen“, sagte Esa-Chef Jan Wörner am Freitag in Paris. Es gebe noch zwei Kandidaten für den Einsatz auf der Internationalen Raumstation ISS. Als letzter Deutscher war Alexander Gerst 2014 für 165 Tage an Bord des Außenpostens der Menschheit.

Der Geophysiker setzte in dieser Zeit über Twitter zahlreiche Nachrichten mit Bildern der Erde aus dem All ab und verschaffte sich damit in Deutschland viel Aufmerksamkeit. Wörner sagte, schon zu seiner Zeit als Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) habe er mit dem damaligen Esa-Chef darüber gesprochen, 2018 wieder einen „Europäer mit deutscher Nationalität“ zur ISS zu schicken.

Natürlich sei es möglich, dass Gerst noch einmal ins All fliege – ob er einer der beiden Kandidaten ist, sagte der Raumfahrtchef aber nicht. Wörner warb bei seiner Jahrespressekonferenz in der Pariser Esa-Zentrale auch für seinen Vorschlag eines „Monddorfes“ als Zukunft der internationalen Weltraumzusammenarbeit. „Ich sehe das Monddorf als idealen Nachfolger der (internationalen Raumstation) ISS im Bereich Forschung“, sagte er.

Seine Idee sieht vor, einen Standort auf dem Mond für Weltraumprojekte verschiedener Länder und Akteure zu suchen. Er führe derzeit weltweit Gespräche, ob es Interesse dafür gebe. Schon in diesem Jahr greift die Esa nach dem Mars: Gemeinsam mit der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos startet im März Teil eins des Raumsondenprojekts ExoMars, das nach Spuren von Leben auf dem roten Planeten suchen soll. Bereits Ende Januar schickt die Esa den ersten Satelliten des Europäischen Datenrelais-System (EDRS) ins All, das mit Lasertechnik Breitbanddatenübertragungen ermöglichen soll. Auch das europäische Satellitennavigationssystem Galileo soll Fortschritte machen, im Herbst soll die Trägerrakete Ariane 5 vier weitere Satelliten ins All bringen. Es werde ein „sehr interessantes Jahr für die Esa“, sagte Wörner.