Ocean Springs

Sesshafte Krebse reisen an Delfinflossen

Die Strömung trägt sie meist bis zum Schwanz. Dort können sie sich gut Nahrung beschaffen

Ocean Springs. Einige Rankenfußkrebse – kleine Krebstiere, die als sesshafte Parasiten leben – reisen auf den Flossen von Delfinen durch den Ozean. Die beliebtesten Plätze befinden sich offenbar auf den Schwanzflossen, berichten Wissenschaftler aus Spanien und den USA im Fachblatt „Plos One”. Vermutlich erkennen die Larven, die nach einer Mitreisegelegenheit suchen, diese aufgrund chemischer Signale der Delfinhaut. Die Strömung sei dann wohl mitverantwortlich dafür, welchen Platz die Tiere schließlich einnehmen.

Die Forscher um Juan Carillo von der Staatsuniversität in Ocean Springs (Mississippi) hatten die Kadaver von 242 Streifendelfinen untersucht, die zwischen 1979 und 2009 an der spanischen Mittelmeerküste gestrandet waren. Bei 104 Tieren fanden sie Rankenfußkrebse der Art Xenobalanus globicipitis, und zwar ausschließlich an den Flossen. Optisch erinnern kleinere Exemplare dieser Art an Gewürznelken.

Die sesshaften Krebse bevölkerten meist einen etwa zwei Zentimeter breiten Streifen am der Hinterkante der Flossen. Die Mehrheit setzte sie sich auf der Oberseite fest. Die meisten Mitreisenden klebten an den Schwanzflossen, gefolgt von den Schwimmflossen und den Rückenflossen. Die Exemplare auf den Schwanzflossen waren besonders groß, vermutlich weil sie dort mehr Nahrung finden.

Die Biologen glauben, dass die Larven der Rankenfußkrebse die Delfine zunächst über chemische Signale erkennen. Einmal an der Haut des Tieres angedockt, werden sie dann vermutlich mit der Strömung in Richtung der Flossen gespült, wo sie sich – möglicherweise aktiv – zur Hinterkante bewegen.

Die Strömungsverhältnisse sorgen vermutlich auch dafür, dass die meisten Tiere an den Fluken (Schwanzflossen) landen – und zwar besonders im mittleren Bereich der Kante. Die dort weniger starken Wasserstrudel spülen die Larven nicht so schnell von der Haut der Delfine. Vermutlich überlebten an bestimmten Körperregionen auch mehr Tiere, weil sie dort besonders viel Nahrung finden. Die Larven richten ihren Körper so zur Strömung aus, dass sie besonders gut Nahrung aus dem Wasser filtrieren können.