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Pilze standen schon vor 16.000 Jahren auf dem Speiseplan

leipzig. Eine neue Studie hat den ältesten Nachweis über vorgeschichtliche Essgewohnheiten erbracht: Die mikroskopische Analyse eines zwischen 18.000 und 12.000 Jahre alten Gebisses zeigte deutliche Überreste von Pflanzen und Pilzen — diese hinterlassen im Körper sonst nur minimale Spuren. Robert Power vom Max-Planck-Institut für evolutionäre An­thropologie in Leipzig hatte den knöchernen Fund mit seinen Kollegen zuvor in der El Mirón-Höhle in Spanien ausgegraben und Zahnsteinproben entnommen.

Bisher war über die entsprechende archäologische Kulturstufe Magdalénien wenig bekannt — Wissenschaftler identifizierten lediglich Rotwild und Steinbock auf dem Speiseplan der Magdalénier. Der frühe Konsum von Pilzen hingegen konnte nur „Ötzi“, dem berühmten Tiroler „Mann aus dem Eis“, zugeschrieben werden. Er entstammt jedoch der Kupfersteinzeit und ist damit etwa 10.000 Jahre jünger als die Magdalénier.

Robert Power schließt durch seine Studie eine Wissenslücke in puncto menschlicher Ernährung im Jung­paläolithikum. Das Team um den Doktoranden für Pflanzliche Nahrungsstoffe und Nahrungsökologie von Homininen nutzte für die Materialanalyse der dentalen Ablagerungen eine Methode, die auf Röntgenstrahlung basiert: Die Atome werden mit Elektronen angeregt und senden dann eine elementspezifische Energie aus. Diese Reaktion konnte schließlich ausgewertet werden. So gelang es dem internationalen Forschungsteam, die Mikrorückstände exakt zu bestimmen.