Frankfurt/Main

Asiatische Buschmücke breitet sich aus

Die Insekten könnten Infektionen übertragen

Frankfurt/Main.  Die Asiatische Buschmücke könnte sich in Deutschland weiter ausbreiten. Sie ist ein möglicher Überträger von Krankheiten wie dem West-Nil-Fieber. Nach Modellberechnungen von Forschern droht eine Verbreitung auch in Südhessen, im Saarland und im nördlichen Nordrhein-Westfalen, teilte das Senckenberg-Forschungszentrum Frankfurt am Donnerstag mit.

„In diesen Gebieten ist das Klima gemäßigt und wärmer und damit ein idealer Lebensraum für die Asiatische Buschmücke“, sagte Prof. Sven Klimpel, Er und seine Kollegen haben ihre Ergebnisse im Fachjournal „Parasitology Research“ veröffentlicht. Danach ist die Asiatische Buschmücke in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bereits nachgewiesen. Wegen des milden Winters könnte sie bald lästig werden. Der wissenschaftliche Direktor der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage, Norbert Becker, warnte vor Panikmache. Bisher g ehe in Deutschland von der Asiatischen Buschmücke keine Gefahr für den Menschen aus.

Die Mückenart stammt aus Süd-China, Japan und Korea und gelangt auf dem Landweg nach Deutschland. „Vor allem mit Autoreifen und dem Güterverkehr kommen die Mücken hierher“, sagte Klimpel. In Teilen Deutschlands und Europas herrschten ähnliche klimatische Bedingungen wie in den Herkunftsländern, deshalb fühlten sie sich hier so wohl. Das erste Mal wurde die Mückenart 2008 im südlichen Baden-Württemberg entdeckt. „Bisher ist das Übertragungspotenzial in Europa nur im Labor nachgewiesen, aber noch nicht im Freiland“, sagte Klimpel. In den USA sei das West-Nil-Virus aber bereits bei Mücken festgestellt worden. Infektionen bei Menschen bleiben oft unbemerkt. Allerdings kann das Virus auch grippeähnliche Beschwerden auslösen. In schweren Fällen kann es zu Gehirnentzündungen kommen.