Montpellier

In Afrika häufiges HI-Virus wird von Gorillas übertragen

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Montpellier.  Eine in Afrika verbreitete Variante des Aids-Virus wurde ursprünglich von Gorillas auf Menschen übertragen. Das zeigt eine internationale Studie, die in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („PNAS“) erschienen ist.

Die tödliche Immunschwäche-Krankheit Aids wird durch die Viren HIV-1 und HIV-2 übertragen. Beide Erreger stammen von Varianten des SI-Virus (Simian Immunodeficiency Virus) ab, das in Afrika unter verschiedenen Primaten verbreitet ist. „Mindestens 40 verschiedene Affenarten tragen Viren, die mit HIV verwandt sind“, sagt Prof. Frank Kirchhoff von der Universitätsklinik Ulm. Die häufigste und aggressivere Form des Aids-Virus, HIV-1, teilt sich in vier Gruppen auf: M, N, O und P. Jede dieser Gruppen steht für eine voneinander unabhängige Übertragung des Virus vom Affen auf den Menschen.

Infektionen mit der zweithäufigsten HIV-1-Gruppe O kommen vor allem in West- und Zentralafrika vor, es sind jedoch auch einige Fälle außerhalb Afrikas bekannt. Die Wissenschaftler untersuchten nun, woher die unterschiedlichen HIV-1-Viren kommen. Für die beiden HIV-1-Gruppen O und P wurde eine Übertragung von Gorillas auf den Menschen vermutet – eindeutig waren die Anfänge hier jedoch noch nicht geklärt.

Zur Beantwortung dieser Frage untersuchten die Forscher Kot von Gorillas in der Demokratischen Republik Kongo, in Gabun, Kamerun und Uganda. Hinweise für eine Infektion mit dem SI-Virus fanden die Forscher nur an vier Entnahme-Stellen, die alle im Süden Kameruns liegen. Alle positiven Proben stammten von Westlichen Flachlandgorillas. Weitere genetische Untersuchungen zeigten, dass die Gorilla-Viren ursprünglich von Schimpansen kommen – und es bislang nur Beweise für eine einzige Übertragung zwischen diesen beiden Primaten-Gattungen gibt.

Prof. Kirchhoff schätzt die Qualität der Studiendaten als sehr gut ein. „Wenn man weiß, wo die Übertragung stattgefunden hat und wo Tiere infiziert sind, kann man bessere Vorsichtsmaßnahmen treffen, um weitere Infektionen zu verhindern.“