Gute Frage

„Schließt“ Käse wirklich den Magen?

Sibylle Adam, Diplom-Ökotrophologin, HAW Hamburg:

Die Redewendung, Käse schließt den Magen, geht auf den römischen Schriftsteller Plinius zurück. Käse enthält Fette und Eiweiße. Bei der Verdauung dieser beiden Nahrungsbestandteile wird die Ausschüttung verschiedener Hormone angeregt. Dadurch wird zum einen die Auslösung des Sättigungsgefühls initiiert. Zusätzlich kann man auch die Wirkung beobachten, dass es unter anderem zu einem verzögerten Weitertransport des Speisebreis aus dem Magen in den Darm kommt. So wird der Verdauungsprozess verlangsamt und man fühlt sich länger satt. Vor allem aber das durch das Hormon Cholecystokinin ausgelöste Sättigungsgefühl kann im übertragenen Sinne die Redewendung „Käse schließt den Magen“ erklären.

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