Rentner schuf eine der größten Mauersegler-Kolonien Hamburgs

Hamburg. Die Kästen hängen dicht an dicht unter dem Dach. Vielleicht sind sie rein optisch nicht allzu attraktiv – wenn das Leben in ihnen und um sie herum erwacht, ist das jedoch schnell vergessen. In Ochsenwerder hat Werner Weselmann mit 34 Doppelhaus-Nistkästen eine der größten Mauersegler-Kolonien in Hamburg geschaffen. Und sich mit 38 Brutpaaren der gewieften Flieger in diesem Jahr ordentlich Leben unters Dach geholt.

„Ich weiß immer, was bei den Tieren passiert. Wer schon einmal da war und wer wann kam, wie viele Junge im Kasten sind und welcher Kasten neu besetzt ist“, freut sich der Rentner, der seit elf Jahren kontinuierlich einen nach dem anderen Kasten an seinem Haus angebracht hat. In waghalsigen Aktionen, in großer Höhe. „Den Nachbarn wird manchmal angst und bange – Opa ist immerhin 84“, sagt Birgit Weselmann, Schwiegertochter des Mauersegler-Schützers. Die Nistkästen baut Werner Weselmann selber, aus altem Palettenholz. Als Vorlage dient ihm eine Bauanleitung des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu).

Durch Abrissarbeiten und Modernisierungen vieler Gebäude in der Hansestadt werden zahlreiche Quartiere der bedrohten Gebäudebrüter zerstört. Der Bestand der Mauersegler liegt bei etwa 5200 Brutpaaren in Hamburg. „Die Art brütet in großen Kolonien und ist sehr standorttreu“, sagt Marco Sommerfeld, Referent für Vogelschutz beim Nabu Hamburg.

Zum Schutz des Mauerseglers bittet der Nabu Hamburg um Mithilfe. Da die Mauersegler derzeit jeden Abend um ihre Wohnungsquartiere fliegen, können die Brutplätze leicht festgestellt werden. Melden Sie dem Nabu Hamburg ihre Beobachtungen per E-Mail unter info@nabu-hamburg.de oder telefonisch unter 040/69 70 89-0. Die Nabu-Vogelschutzexperten archivieren diese Beobachtungen und können sie bei zukünftigen Sanierungen heranziehen.