Hamburger Tropenmediziner helfen erkrankten Gorillas

Hamburg. Es war eine eher ungewöhnliche Aufgabe für die Mitarbeiter des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg: Der Zoo Wuppertal hatte sie um Hilfe dabei gebeten herauszufinden, an was seine Flachlandgorillas Vimoto und Rosi schwer erkrankt sind. „Auch wenn wir uns primär um menschliche Infektionen kümmern, muss man wissen, dass bei fast allen Tropenkrankheiten die Erreger von Tieren auf Menschen übergehen“, sagt Dr. Dennis Tappe, Facharzt für Mikrobiologie und Labormedizin am BNI. Insofern war die Diagnostik dann auch wieder nicht so abwegig.

Bei der Untersuchung der Proben fanden sich weder Parasiten noch Viren als Ursache für die schweren Durchfälle der Menschenaffen. Mitarbeiter des AescuLabor Hamburg, an die die Proben zur bakteriellen Untersuchung weitergegeben wurden, entdeckten dann spezielle E.coli-Bakterien als mögliche Verursacher der Erkrankung.

„Durch eine gezielte Behandlung geht es den beiden Tieren jetzt schon viel besser“, sagt Zoo-Sprecher Andreas Haeser-Kalthoff. Die 38-jährige Rosi konnte bereits zu den anderen vier Weibchen der Gruppe zurückkehren, Männchen Vimoto, 18, erhole sich noch hinter den Kulissen.

Die gesamte Gorillagruppe war im vergangenen Sommer an Durchfällen erkrankt. Als Auslöser wurden erst ein Coronavirus, dann auch noch ein Adenovirus festgestellt. Während sich die Weibchen recht schnell erholten, stellte Vimoto über Wochen die Nahrungsaufnahme ein und verlor viel Blut. „Für Infusionen mussten wir ihn immer wieder in Narkose legen. Dazu bekam er zwei Bluttransfusionen von Rosi“, sagt Haeser-Kalthoff. Als sich sein Zustand Silvester erneut verschlechterte, bat man in Hamburg um Hilfe.