Forschungspreis für neue Supraleiter

Prof. Roland Wiesendanger erkundet Materialien, die Strom verlustfrei transportieren

Hamburg. Der renommierte Hamburger Forscher Prof. Roland Wiesendanger vom Institut für Angewandte Physik der Universität Hamburg ist zum zweiten Mal mit dem Forschungspreis „Advanced Grant“ ausgezeichnet worden. Der Europäische Forschungsrat (ERC) würdige damit die Arbeit des Leiters der Forschungsgruppe „Rastersensormethoden“ im Bereich der Hochtemperatur-Supraleitung.

Mit dem Preisgeld von zwei Millionen Euro können sieben zusätzliche Nachwuchswissenschaftler in Wiesendangers neuem ERC-Projekt „Astonish“ gefördert werden, teilte die Universität am Dienstag mit.

„Astonish“ ist auf fünf Jahre ausgelegt und wird voraussichtlich Anfang 2014 starten. In dem Projekt wollen die Wissenschaftler dazu beitragen, neuartige Materialien zu entwickeln, die Strom verlustfrei transportieren (Supraleiter), und das bei Raumtemperatur. Herkömmliche Supraleiter verlieren ihren elektrischen Widerstand erst bei Temperaturen unter minus 250 Grad. Die sogenannten Hochtemperatursupraleiter arbeiten in „wärmeren“ Temperaturbereichen, die je nach Werkstoff meist zwischen minus 240 und minus 140 Grad liegen.

Das Team um Wiesendanger studiert an drei Materialklassen auf atomarer Ebene, wie sich die Eigenschaft des Supraleiters induzieren lässt. Damit will es sich der Vision des verlustfreien Stromtransports bei Raumtemperatur nähern. Das würde beispielsweise ermöglichen, Solarstrom aus der Mittelmeerregion verlustfrei über weite Strecken zu transportieren.