Astronomie

Weltraumteleskop Hubble: Azurblauer Exoplanet entdeckt

Lebensfreundlich ist der Gasplanet nicht, auch wenn er optisch an die Erde erinnert

Oxford/Garching. Astronomen haben mit dem Weltraumteleskop Hubble erstmals die Farbe eines Planeten außerhalb des Sonnensystems bestimmt – und dabei eine tiefblaue fremde Welt gefunden, die an den Anblick unserer Erde aus dem All erinnert. Weitere Ähnlichkeiten zwischen dem Exoplaneten und der Erde gibt es aber nicht, wie die Europäische Weltraumorganisation Esa und das Hubble-Informations-Zentrum am Donnerstag mitteilten. Denn bei Temperaturen von mehr als tausend Grad Celsius wüten in der Atmosphäre des fremden Gasplaneten auch Stürme mit Geschwindigkeiten von 7000 Stundenkilometern.

Daher rührt den Forschern zufolge die kobaltblaue Farbe des Exoplaneten HD 189733b auch keineswegs von Spiegelungen eines tropischen Ozeans her. Vielmehr dürfte die turbulente und trübe Atmosphäre des nur 63 Lichtjahre entfernten Gasriesen mit Silikat-Teilchen durchsetzt sein, an denen blaues Licht gestreut wird. Für ihre Beobachtungen nutzten die Wissenschaftler den Spektrograph STIS („Space Telescop Imaging Spectograph“) des Hubble-Teleskops.

Exoplaneten wie HD 189733b sind bekannt als „heiße Jupiter“. Sie ähneln in der Größe den Gasgiganten unseres Sonnensystems – allen voran dem Jupiter, der unsere Sonne in beträchtlicher Entfernung umkreist. Dagegen bewegen sich die „heißen Jupiter“ fremder Sonnensysteme in viel engeren Bahnen um ihren jeweiligen Zentralstern. Ihre Größe und die enge Nachbarschaft zu ihrer Sonne machen sie zu idealen Kandidaten bei der Jagd nach Exoplaneten.

Heute kennen die Astronomen eine Vielzahl „heißer Jupiter“. Da es Vertreter dieser Planetenklasse in unserem Sonnensystem nicht gibt, wird der Beobachtung nah gelegener Exoplaneten wie HD 189733b große Bedeutung für die Erforschung solcher Himmelskörper beigemessen.