Forscher aus aller Welt diskutieren über Klimafolgen

Potsdam. Der Klimawandel wird zahlreiche Folgen in allen Teilen der Welt haben – doch wie können sich Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf die Veränderungen einstellen, wenn noch nicht einmal die Entwicklung des Klimas sicher vorherzusagen ist? Mit dieser Frage befasst sich die erste Konferenz zu Klimafolgen, zu der sich mehr als 300 Teilnehmer aus aller Welt – überwiegend Forscher – bis Mittwoch in Potsdam treffen.

Computersimulationen zur Erderwärmung ergeben wahrscheinliche Szenarien, die jedoch aufgrund der Komplexität des globalen Klimasystems mit Unsicherheiten behaftet sind. Das gilt erst recht für Simulationen der Klimafolgen, in die zusätzliche Daten etwa zur Landnutzung oder zur Hochwassergefährdung einfließen müssen und die für einzelne Regionen zu berechnen sind.

„Eindrucksvolle Fallstudien und Pionierarbeit bei der Computersimulation einzelner Sektoren, etwa des Wassermanagements oder der Landwirtschaft, sind die Grundlage, um jetzt die mühevolle Integration der Ergebnisse über alle Grenzen hinweg zu wagen. Es geht darum, die Punkte zu einem großen Ganzen zu verbinden – und die Terra Incognita für immer zu verlassen“, sagte Prof. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, zu Konferenzbeginn am Montag.

Entscheidungsträger seien mit großen Unsicherheiten konfrontiert, was Ausmaß, Zeitpunkt und räumliche Verteilung von Klimafolgen angehe, so Schellnhuber. Die Wissenschaft müsse sie darin unterstützen, eine Perspektive des Risikomanagements einzunehmen. Schellnhuber: „Wir können die Zukunft nicht vorhersagen. Aber wir gestalten sie, an jedem einzelnen Tag.“