Europarechtler erhält Hamburger Wissenschaftspreis

Hamburg. Der Einkauf im Internet, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Beruf, Entschädigungen bei Flugverspätungen - ein Großteil unseres Alltags ist durch EU-Recht geregelt. Dieses wird teilweise aber noch von Land zu Land unterschiedlich ausgelegt. Wie der Europäische Gerichtshof für eine einheitliche Durchsetzung des europäischen Privatrechts sorgen könnte, erörtert der Hamburger Forscher Dr. Hannes Rösler in seiner Habilitationsschrift. Es handele sich um ein "glänzend formuliertes Buch, das trotz des komplexen Themas leicht verständlich sei", schreibt die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung, die Rösler am Montag für seine Arbeit mit dem Kurt-Hartwig-Siemers-Wissenschaftspreis auszeichnete.

Die mit 20.000 Euro dotierte Ehrung, die an den Hamburger Bankier und Philanthropen Kurt Hartwig Siemers erinnert, soll Forscher am Ende ihrer Postdoc-Phase fördern, die eine exzellente Leistung in Hamburg oder mit Hamburg-Bezug erbracht haben.

Dass Hannes Rösler ein vielversprechender Forscher ist, zeigt schon ein Blick auf seinen Lebenslauf: Unterstützt von Stipendien, studierte er an der Universität Marburg, der London School of Economics und der Harvard Law School. Nach seiner Doktorarbeit forschte er an der New York University und der Universität Cambridge. Seit 2004 arbeitet er als wissenschaftlicher Referent für Europäisches Privat- und Wirtschaftsrecht am Max-Planck-Institut für Privatrecht in Hamburg.

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.