Medikament soll Leberzellen vor Hepatitis-B-Viren schützen

Hamburg. Mithilfe eines neuen Medikamentes wollen Wissenschaftler um Prof. Maura Dandri vom Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) die Behandlung von chronischen Hepatitis-B-Infektionen verbessern. Die neue Geheimwaffe gegen die Leberentzündung heißt "Myrcludex-B". Dieses Lipoprotein, ein Eiweiß mit einem Fettanteil, verhindert, dass das Hepatitis-B-Virus (HBV) weitere Leberzellen befällt. "Die Leber hat eine ausgeprägte Fähigkeit, sich zu regenerieren. Außerdem ist in den meisten Fällen nur ein Teil der Leberzellen mit dem Virus infiziert", sagt die Wissenschaftlerin.

Die Kombination dieses neuen Mittels mit der herkömmlichen medikamentösen Therapie könnte nach Auffassung der Wissenschaftler den Behandlungserfolg bei dieser Form der Leberentzündung verbessern. Zurzeit werden Patienten mit einer chronischen Hepatitis-B-Infektion über einen langen Zeitraum mit Interferon-á oder Hemmstoffen eines viralen Enzyms behandelt. Beide Medikamente können zwar die Viren im Körper zum Teil sehr effizient reduzieren und verhindern, dass die Lebererkrankung rasch fortschreitet. Trotzdem kommt es nur in wenigen Fällen zu einer Heilung.

Weltweit sind 350 Millionen Menschen chronisch mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert. Dabei besteht das Risiko, eine Leberzirrhose oder einen Leberkrebs zu entwickeln, die tödlich enden können.

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