Wissenschaftspreis für Wattforscher

Auszeichnung würdigt länderübergreifende Kooperation zwischen norddeutschen Einrichtungen

Hamburg. Die Forschergruppe "BioGeoChemie des Watts" hat gestern den ersten Norddeutschen Wissenschaftspreis gewonnen. Mit der Auszeichnung würdigen die Wissenschaftsministerien von Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern die beste länderübergreifende Forschungskooperation. Die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung wurde im Hamburger Rathaus vergeben; ausgeschrieben waren Kooperationen auf dem Gebiet der Meeresforschung.

Bei dem Siegerprojekt arbeiten Wissenschaftler der Universität Oldenburg, des Forschungsinstituts Senckenberg am Meer (Wilhelmshaven) und des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie in Bremen zusammen. Sie erkunden den Lebensraum Watt, der zu den weltweit produktivsten Ökosystemen gehört. Ein Teil der Untersuchungsdaten liefert ein 40 Meter langer Messpfahl, der in den ostfriesischen Wattboden südwestlich von Spiekeroog gerammt ist. Er erhebt seit 2002 kontinuierlich Daten zur Meeresströmung, misst Temperatur und Salzgehalt des Wassers, registriert Stofftransporte im Wasserkörper. Die Daten fließen automatisch auf einen auf der Insel stehenden Computer, der sie über das Internet zugänglich macht.

Aus ihnen sowie aus intensiver Feldforschung und begleitenden Laborarbeiten gewinnen die Meeresforscher Kenntnisse zu physikalischen, biologischen und chemischen Prozessen im Wattenmeer. Sie bieten Anhaltspunkte, wie sensibel das Ökosystem auf menschliche Eingriffe reagiert und ob es sich unter dem Einfluss des Klimawandels verändert.

Projektsprecher Prof. Jürgen Rullkötter von der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg nahm den Wissenschaftspreis von Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt entgegen. Denn die Hansestadt richtete in diesem Jahr den Wettbewerb aus. "Es erfüllt mich mit Stolz, dass unsere Forschergruppe die erste ist, die den Norddeutschen Wissenschaftspreis erhält", sagte Prof. Dr. Jürgen Rullkötter.

Die Auszeichnung soll nun mit jährlichem Abstand mindestens fünfmal vergeben werden.

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